Wirkungen psychoaktiver Substanzen auf das Bedürfnis nach Liebe, Zärtlichkeit und Sex sowie auf die sexuelle Performance: Ergebnisse einer Umfragestudie bei 1 616 Personen mit überwiegend multipler Drogenkonsumerfahrung

<p>Es wurden 1 616 drogenerfahrene Personen mittels anonymer Fragebögen über Veränderungen (A) im Bedürfnis nach Liebe und Zärtlichkeit, (B) im Bedürfnis nach Sex sowie (C) in der Fähigkeit zur Ausführung von Sex nach Konsum 9 verschiedener, standardmäßig erfasster und 25 weiterer Dro...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Eul, Joachim (VerfasserIn) , Verres, Rolf (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2016
In: Suchttherapie
Year: 2016, Jahrgang: 17, Heft: 04, Pages: 153-160
ISSN:1439-989X
DOI:10.1055/s-0042-115228
Online-Zugang:Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1055/s-0042-115228
Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0042-115228
Volltext
Verfasserangaben:J. Eul, R. Verres
Beschreibung
Zusammenfassung:<p>Es wurden 1 616 drogenerfahrene Personen mittels anonymer Fragebögen über Veränderungen (A) im Bedürfnis nach Liebe und Zärtlichkeit, (B) im Bedürfnis nach Sex sowie (C) in der Fähigkeit zur Ausführung von Sex nach Konsum 9 verschiedener, standardmäßig erfasster und 25 weiterer Drogen im Vergleich zum nüchternen Normalzustand befragt.</p> <p>Die größte Steigerung des Bedürfnisses nach Liebe, verbunden mit einer deutlich angehobenen Libido, wurde dem Konsum von Ecstasy (3,4-Methylendioxy-Methamphetamin, MDMA) und nachfolgend von Cannabis zugeschrieben. Kokain war mit der höchsten Libido und der intensivsten sexuellen Performance assoziiert, allerdings bei kaum erhöhten Liebesgefühlen. Auch die Droge Poppers wurde - wie Kokain - besonders häufig intentional zur Steigerung sexueller Lust konsumiert, belegte aber in Bezug auf das Bedürfnis nach Liebe und Zärtlichkeit nur den vorletzten Platz im Drogenvergleich. Als vergleichsweise weniger bedeutsam für die Sexualität wurden Alkohol, Psilocybinpilze, Speed, LSD und Heroin eingestuft.</p> <p>Höhere Dosierungen erwiesen sich (außer bei Ecstasy/MDMA) im Vergleich zu mäßiger Dosierung als eher hemmend bezüglich der 3 untersuchten Parameter. Betrachtet man die Einnahme der hier untersuchten psychoaktiven Substanzen als Selbstmedikation, wird die Hypothese plausibel, dass ein verbessertes Wissen über die Vorzüge einer mäßigen Dosierung zu befriedigenderen sexuellen Erfahrungen unter Drogeneinfluss und dadurch auch zu einem achtsameren Umgang mit psychoaktiven Substanzen beitragen kann.</p>
Beschreibung:Gesehen am 20.11.2017
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1439-989X
DOI:10.1055/s-0042-115228