Elektronische Tagebücher optimieren die Kognitive Verhaltenstherapie bei Krankheitsängsten: Eine randomisiert-kontrollierte Studie = Electronic diaries enhance the effect of Cognitive Behavioral Therapy for health anxiety : a randomized controlled study

Zentrale Komponenten in kognitiv-behavioralen Erklärungsmodellen der Hypochondrie und den daraus abgeleiteten Behandlungen sind eine selektive Aufmerksamkeitslenkung auf körperliche Empfindungen und ein katastrophisierender Symptominterpretationsbias. Wir untersuchten, ob sich die Effektivität ei...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Bailer, Josef (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Juni 24, 2015
In: Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie
Year: 2015, Jahrgang: 63, Heft: 3, Pages: 197-206
ISSN:1664-2929
DOI:10.1024/1661-4747/a000240
Online-Zugang:Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1024/1661-4747/a000240
Verlag, Volltext: https://econtent-hogrefe-com.ezproxy.medma.uni-heidelberg.de/doi/abs/10.1024/1661-4747/a000240
Volltext
Verfasserangaben:Josef Bailer, Tobias Kerstner, Daniela Mier, Fred Rist, Carsten Diener, Gaby Bleichhardt und Michael Witthöft
Beschreibung
Zusammenfassung:Zentrale Komponenten in kognitiv-behavioralen Erklärungsmodellen der Hypochondrie und den daraus abgeleiteten Behandlungen sind eine selektive Aufmerksamkeitslenkung auf körperliche Empfindungen und ein katastrophisierender Symptominterpretationsbias. Wir untersuchten, ob sich die Effektivität einer störungsspezifischen Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) für Patienten mit Hypochondrie durch ein zusätzliches zweiwöchiges elektronisches Tagebuchtraining (TBT), das auf eine Korrektur der Symptominterpretationen abzielt, verbessern lässt. Zu diesem Zweck wurden 35 Patienten mit Hypochondrie randomisiert zwei Interventionsformen zugewiesen: Gruppe 1 (N = 16) erhielt vor der KVT (16 Einzelsitzungen) ein zweiwöchiges TBT unter therapeutischer Anleitung (4 Sitzungen). Gruppe 2 (N = 19) erhielt vor der KVT vier Therapiegespräche ohne TBT. Das Ausmaß der Krankheitsangst wurde mit dem Short Health Anxiety Inventory erfasst. Beide Gruppen zeigten nach der Therapie eine signifikante Reduktion der Krankheitsangst. In der Gruppe mit TBT verbesserte sich die Krankheitsangst jedoch schneller (d = .75) und stärker (d = .76) als in der Kontrollgruppe. Zudem zeigte die Gruppe mit TBT eine stärkere Habituation an bedrohliche Symptomstimuli als die Kontrollgruppe. Weitere Studien an größeren Stichproben sowie die Untersuchung von Langzeiteffekten sind notwendig, um die Wirksamkeit des vorgestellten TBT zu belegen.
Beschreibung:Gesehen am 28.03.2018
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1664-2929
DOI:10.1024/1661-4747/a000240