Änderung des Therapieziels am Lebensende: Effekte einer Klinik-Leitlinie = Changing the treatment goal at the end of life : effects of a guideline at a hospital

Hintergrund und Fragestellung: Entscheidungen über die Änderung des Therapieziels am Lebensende sind eine der häufigsten und schwierigsten Herausforderungen der Medizin. Da immer mehr Institutionen ihren Mitarbeitern ethisch-rechtliche Leitlinien zur Orientierung geben, sollen die Effekte einer s...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Jox, Ralf J. (VerfasserIn) , Winkler, Eva C. (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Englisch
Veröffentlicht: 25 January 2012
In: Deutsche medizinische Wochenschrift
Year: 2012, Jahrgang: 137, Heft: 16, Pages: 829-833
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0031-1298890
Online-Zugang:Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1055/s-0031-1298890
Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0031-1298890
Volltext
Verfasserangaben:R.J. Jox, E.C. Winkler, G.D. Borasio
Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund und Fragestellung: Entscheidungen über die Änderung des Therapieziels am Lebensende sind eine der häufigsten und schwierigsten Herausforderungen der Medizin. Da immer mehr Institutionen ihren Mitarbeitern ethisch-rechtliche Leitlinien zur Orientierung geben, sollen die Effekte einer solchen Leitlinie in einem Pilotprojekt untersucht werden. Studienteilnehmer und Methodik: Prospektive Evaluationsstudie nach dem Prä-Post-Design. Die Ärzte und Pflegenden auf 10 Intensivstationen eines Universitätsklinikums wurden unmittelbar vor und ein Jahr nach Einführung der Leitlinie mittels eines eigens erstellten Fragebogens anonym befragt. Ergebnisse: Zum ersten Erhebungszeitpunkt (vor Einführung der Leitlinie) konnten 197 und zum zweiten (nach Einführung der Leitlinie) 251 Fragebögen ausgewertet werden (Rücklauf 54 % bzw. 58 %). Vor Einführung der Leitlinie äußerten die Kliniker einen großen Bedarf an Leitlinien, ethischer Fallberatung und Fortbildung. Ein Jahr nach Einführung der Leitlinie kannte ein Drittel der Kliniker deren Inhalt, ein weiteres Drittel wusste um deren Existenz. 90% derer, die das Dokument kannten, beurteilten es positiv. Als nützlichstes Element wurde die Erläuterung der Rechtslage angesehen. Der Prä-Post-Vergleich zeigt, dass die Handlungsunsicherheit und die Angst vor Rechtsfolgen abnahmen, während das medizinrechtliche Wissen und die Wertschätzung von Patientenverfügungen zunahmen. Am stärksten profitierten die Assistenzärzte von der Leitlinie. Folgerungen: Eine Klinik-Leitlinie kann durch eine bessere Kenntnis der Rechtslage und der medizinethischen Entscheidungsgrundlagen zu größerer Handlungssicherheit im Umgang mit Entscheidungen über Therapiezieländerung führen.
Beschreibung:Gesehen am 16.08.2018
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0031-1298890