Diagnostik und Therapie von Suizidalität im Jugendalter: das Wichtigste in Kürze aus den aktuellen Leitlinien

Zusammenfassung. Aufgrund der klinischen Relevanz von suizidalen Krisen, Suizidversuchen und Suiziden im Jugendalter wurde eine konsensusbasierte Leitlinie als Handlungsempfehlung erstellt. Jede Andeutung in Richtung Suizidalität muss ernst genommen werden. Suizidalität ist ein zentraler Bestandte...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Becker, Katja (VerfasserIn) , Kaess, Michael (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Februar 22, 2017
In: Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Year: 2017, Jahrgang: 45, Heft: 6, Pages: 485-497
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000516
Online-Zugang:Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1024/1422-4917/a000516
Verlag, Volltext: https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1024/1422-4917/a000516
Volltext
Verfasserangaben:Katja Becker, Hubertus Adam, Tina In-Albon, Michael Kaess, Nestor Kapusta, Paul L. Plener, für die Leitliniengruppe
Beschreibung
Zusammenfassung:Zusammenfassung. Aufgrund der klinischen Relevanz von suizidalen Krisen, Suizidversuchen und Suiziden im Jugendalter wurde eine konsensusbasierte Leitlinie als Handlungsempfehlung erstellt. Jede Andeutung in Richtung Suizidalität muss ernst genommen werden. Suizidalität ist ein zentraler Bestandteil des psychopathologischen Befunds und Patienten sollten gezielt auf kurz- und langfristige Suizidgefährdung exploriert werden. Eine klinische Einschätzung des akuten Suizidrisikos ergibt sich aus einem vertrauensvollen anamnestischen Gespräch, der Erhebung von Risikofaktoren und dem Erfassen von psychischen Störungen sowie von Suchtmittelkonsum. Bei akuter Selbstgefährdung besteht eine Indikation zur stationären Behandlung, die zum Schutz des Patienten notfalls auch gegen dessen Willen umgesetzt werden muss. Eine adäquate Dokumentation ist unumgänglich. Nach einem Suizidversuch ist neben der fachärztlichen medizinischen Erstversorgung darauf zu achten, dass der Patient sich nicht schaden kann und rasch ein Konsil in der akutversorgenden Klinik erfolgt. Erstes therapeutisches Ziel ist die Reduktion der Suizidalität und ggf. das Wiedererreichen der Absprachefähigkeit. Für wiederkehrende Suizidgedanken ist ein Notfallplan zu erstellen. Zur Entlastung kann zusätzlich zu Gesprächsangeboten vorübergehend eine sedierende Medikation notwendig werden. Im Falle eines Suizids in einer Klinik sollte ein Handlungsleitfaden vorliegen, der die Zuständigkeiten und Abläufe genau regelt und festhält. Wirksame präventive Maßnahmen sind Schulungen von Multiplikatoren, Aufklärungskampagnen, Einschränkung der Verfügbarkeit von Suizidmethoden und die Einhaltung der Richtlinien zur Suizidberichterstattung.
Beschreibung:Gesehen am 18.09.2018
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000516