Der Gebrauch der Geschichte: Ukraine 2014 ; Ideologie vs. Historiographie

In allen Stadien des Konflikts in der Ukraine, vom Euromajdan über die durch Russlands Annexion der Krim ausgelöste Krise bis zum Krieg im Donbass haben die Konfliktparteien auf Geschichte und Geschichtsbilder zurückgegriffen. Die einen reden von kosakischen Freiheitstraditionen, die anderen vom...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Hausmann, Guido (VerfasserIn)
Weitere Verfasser: Penter, Tanja (BerichterstatterIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2014
In: Osteuropa
Year: 2014, Jahrgang: 64, Heft: 9/10, Pages: 35-50
ISSN:0030-6428
Schlagworte:
Online-Zugang: Volltext
Verfasserangaben:Guido Hausmann; Tanja Penter
Beschreibung
Zusammenfassung:In allen Stadien des Konflikts in der Ukraine, vom Euromajdan über die durch Russlands Annexion der Krim ausgelöste Krise bis zum Krieg im Donbass haben die Konfliktparteien auf Geschichte und Geschichtsbilder zurückgegriffen. Die einen reden von kosakischen Freiheitstraditionen, die anderen vom „Abwehrkampf gegen den Faschismus“ oder von Novorossija. Auf diese Weise soll Unterstützung mobilisiert, politisches und militärisches Handeln legitimiert und Identität gestiftet werden. Die Behauptungen halten einer kritischen Überprüfung allerdings nicht stand. Doch wer historische Tatsachen von Ideologie unterscheiden will, benötigt fundierte Kenntnisse. Die Disziplin Osteuropäische Geschichte hat einen enormen Nachholbedarf bei der Erforschung und Vermittlung der ukrainischen Geschichte. (Osteuropa (Berlin) / SWP)
ISSN:0030-6428