Abgrenzung der Lebensbereiche: Auswirkungen und Erlernbarkeit von Boundary Management

Den Anforderungen aus Arbeit und Privatleben gerecht zu werden und beide miteinander zu vereinbaren, ist von jeher eine Herausforderung, da beide Lebensbereiche Zeit und Energie beanspruchen. Jedoch sind in den letzten Jahren im Zuge der technologischen Entwicklungen neue Lösungsmöglichkeiten ents...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Rexroth-Straßner, Miriam (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Buch/Monographie Hochschulschrift
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Heidelberg 2015
DOI:10.11588/heidok.00020070
Schlagworte:
Online-Zugang:Resolving-System, kostenfrei, Volltext: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-200704
Resolving-System, Volltext: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-200704
Langzeitarchivierung Nationalbibliothek, Volltext: http://d-nb.info/1180609476/34
Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/20070
Resolving-System, Unbekannt: https://doi.org/10.11588/heidok.00020070
Volltext
Verfasserangaben:vorgelegt von Miriam Rexroth-Straßner ; Berater: Prof. Dr. Karlheinz Sonntag

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520 |a Den Anforderungen aus Arbeit und Privatleben gerecht zu werden und beide miteinander zu vereinbaren, ist von jeher eine Herausforderung, da beide Lebensbereiche Zeit und Energie beanspruchen. Jedoch sind in den letzten Jahren im Zuge der technologischen Entwicklungen neue Lösungsmöglichkeiten entstanden. Die Arbeit ist nicht mehr an feste Orte oder Zeiten gebunden, sondern Menschen können sich theoretisch jederzeit beruflicher Anforderung widmen. Die Dauer eines Arbeitstages ist nicht länger durch Bürozeiten bestimmt, sondern kann abhängig von den Erfordernissen der Organisation und des Privatlebens gestaltet werden. Die technischen Entwicklungen führen aber auch zu einer Entgrenzung der Arbeitszeit und der Auflösung fester Arbeitsorte und verwischen so die Grenzen zwischen den Lebensbereichen und den damit einhergehenden Rollen. Die Folgen dieser Entwicklungen für Wohlbefinden und Work-Life-Balance sind bisher wenig erforscht. Hier setzt die vorliegende Dissertation an, indem sie die Konsequenzen einer fehlenden Segmentation der Lebensbereiche untersucht sowie Interventionsmaßnahmen evaluiert, welche an den Grenzen zwischen den Lebensbereichen ansetzen. Dabei liegt der Fokus der Studie 1 auf den Auswirkungen der fehlenden Segmentation der Lebensbereiche auf Wohlbefinden und Work-Life-Balance und untersucht weiterhin, basierend auf einem Ressourcenansatz, soziale Unterstützung durch Kollegen als mögliche puffernde Variable. Studie 2, 3 und 4 untersuchen unterschiedliche Interventionsansätze, welche das Ziel haben zu prüfen ob Boundary Management zur besseren Abgrenzung der Lebensbereiche erlernbar ist. Weiterhin wird der Einfluss dieser Interventionen auf Wohlbefinden und Work-Life-Balance geprüft, wobei Studien 2 und 4 Wohlbefinden in den Fokus nehmen und Studie 3 die Einflüsse auf die Work-Life-Balance beleuchtet. In Studie 1 (Rexroth, Sonntag, & Michel, 2014) wurde geprüft, wie sich eine fehlende Segmentation der Lebensbereiche auf emotionale Erschöpfung und Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance auswirkt. Es wurde basierend auf Ressourcenmodellen (Hobfoll, 1989; Sonntag, 2010) angenommen, dass durch eine fehlende Segmentation der Lebensbereiche Ressourcen einerseits zeitgleich auf mehrere Lebensbereiche verwendet werden und andererseits eine Regeneration der Ressourcen nicht möglich ist. Werden zu viele Ressourcen verbraucht oder können nicht wieder aufgebaut und regeneriert werden, kann dies zu negativen Konsequenzen führen (Hobfoll, 1989). Weiterhin wurde, basierend auf dem Ressourcenansatz, geprüft, ob die Unterstützung durch Kollegen für die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben puffernde Effekte haben kann. Die mittels hierarchischen Regressionsanalysen durchgeführten Auswertungen der längsschnittlichen Daten von 608 Mitarbeitern eines großen, deutschen Automobilkonzerns konnten die drei aufgestellten Hypothesen bestätigen. In Studie 2 (Rexroth, Feldmann, Peters, & Sonntag, 2015) wurde eine zweitägige Intervention entwickelt und basierend auf einem quasiexperimentellen Design in der Praxis durchgeführt, welche zum Ziel hatte die Boundary Management Kompetenzen der Teilnehmenden zu fördern. Basierend auf der Conservation of Resources Theory (COR-Theorie) (Hobfoll, 1989), wurden die Effekte der Intervention auf Boundary Management, Erholung und Wohlbefinden untersucht. Die finale Stichprobe umfasste 64 Mitarbeiter eines großen, international tätigen deutschen Unternehmens: 37 Mitarbeiter befanden sich in der Experimentalgruppe und 27 Mitarbeiter in der Kontrollgruppe. Die Variablen wurden direkt vor der Intervention und zwei Wochen nach der Intervention erfasst. Kovarianzanalysen zeigten in der Experimentalgruppe im Vergleich mit der Kontrollgruppe einen Anstieg im Boundary Management und in dem gedanklichen Abschalten von der Arbeit nach der Intervention. Konträr zu den Hypothesen wurde ein geringeres Maß an Kontrolle während der Freizeit festgestellt. Für die Wohlbefindensindikatoren konnten keine Effekte gefunden werden. Eine weitere Intervention mit einem Warte-Kontrollgruppen-Design wurde entwickelt und ihre Effekte in den Studien 3 (Michel, Bosch, & Rexroth, 2014) und 4 (Rexroth, Michel, & Bosch, submitted) überprüft. Die Intervention stellt mit einem onlinebasierten Selbstcoachingansatz eine kosten- und zeiteffektive Möglichkeit dar, das Boundary Management der Teilnehmenden zu fördern. Mit Mindfulness wurde eine spezifische kognitiv-emotionale Boundary Management Strategie gefördert. In Studie 3 wurde, basierend auf dem Mindfulness Zwei-Komponenten-Modell von Bishop et al. (2004), der Einfluss der Intervention auf die Work-Life-Balance der Teilnehmenden untersucht, und in Studie 4 die Effekte auf das Wohlbefinden. Die Ergebnisse der Studie 3 zeigen, dass Teilnehmende der Intervention nach der Intervention weniger Work-Family-Conflict und mehr Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance sowie besseres gedankliches Abschalten von der Arbeit berichten als Teilnehmende der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der Studie 4 zeigen, dass Teilnehmende der Intervention nach der Intervention weniger emotionale Erschöpfung und negativen Affekt sowie mehr Lebenszufriedenheit berichten als Teilnehmende der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der vier Dissertationsstudien zusammengefasst weisen darauf hin, dass sich eine fehlende Abgrenzung der Lebensbereiche negativ auf Wohlbefinden und Work-Life-Balance auswirken kann, es aber Möglichkeiten gibt, durch die Stärkung von Ressourcen und vor allem durch eine Förderung der Boundary Management Kompetenzen, hier entgegenzuwirken 
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