Zwischenleibliche Resonanz und Interaffektivität

Die gegenwärtig dominierenden Theorien der sozialen Kognition beruhen auf der Annahme von inneren Simulationen oder Schlussfolgerungen, durch die wir Zugang zu den verborgenen Gefühlen und Absichten anderer erlangen („Theory of Mind“, „mindreading“). Demgegenüber erklären phänomenologische Ansa...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Fuchs, Thomas (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Mehrsprachig
Veröffentlicht: 2018
In: Psychodynamische Psychotherapie
Year: 2018, Jahrgang: 17, Heft: 4, Pages: 211-221
ISSN:2625-0772
Online-Zugang:Verlag, Volltext: https://elibrary.klett-cotta.de/article/99.120110/pdp-17-4-211
Volltext
Verfasserangaben:Thomas Fuchs
Beschreibung
Zusammenfassung:Die gegenwärtig dominierenden Theorien der sozialen Kognition beruhen auf der Annahme von inneren Simulationen oder Schlussfolgerungen, durch die wir Zugang zu den verborgenen Gefühlen und Absichten anderer erlangen („Theory of Mind“, „mindreading“). Demgegenüber erklären phänomenologische Ansätze die empathische Wahrnehmung als Resultat eines dyadischen Prozesses verkörperter Interaktion. Dieser Prozess impliziert eine Wechselwirkung von leiblichem Ausdruck, Gestik und affektiver Resonanz. Gefühle sind demnach primär nicht in einem isolierten Individuum lokalisierbar, sondern stellen übergreifende Phänomene des gemeinsamen zwischenleiblichen Raumes dar, in den die Interaktionspartner einbezogen sind. Zudem zeigen entwicklungspsychologische Forschungen, dass Empathie primär auf einem impliziten leiblichen Beziehungswissen beruht, das Babys schon in ihren frühen Interaktionen erwerben. Im zweiten Teil werden die Konsequenzen dieser verkörperten und interaffektiven Konzeption für die psychopathologische Diagnostik und die Psychotherapie aufgezeigt.
Beschreibung:Keine DOI vorhanden
Gesehen am 12.12.2019
Beschreibung:Online Resource
ISSN:2625-0772