Resilienz bei chronischer Herzinsuffizienz = Resilience in chronic heart failure

<p> <b>Hintergrund und Fragestellung:</b> Resilienz im Sinne von „psychischer Widerstandsfähigkeit“ wird immer häufiger auch im Rahmen chronischer Erkrankungen untersucht. Dahinter steht die Frage nach einem konstruktiven Umgang mit Verlusten und schwerwiegenden, krankheitsbeding...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Loßnitzer, Nicole (VerfasserIn) , Wagner, Elisa (VerfasserIn) , Wild, Beate (VerfasserIn) , Frankenstein, Lutz (VerfasserIn) , Rosendahl, Jenny (VerfasserIn) , Leppert, Karena (VerfasserIn) , Herzog, Wolfgang (VerfasserIn) , Schultz, Jobst-Hendrik (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 11. März 2014
In: Deutsche medizinische Wochenschrift
Year: 2014, Jahrgang: 139, Heft: 12, Pages: 580-584
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0034-1369862
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/s-0034-1369862
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0034-1369862
Volltext
Verfasserangaben:N. Lossnitzer, E. Wagner, B. Wild, L. Frankenstein, J. Rosendahl, K. Leppert, W. Herzog, J. H. Schultz
Beschreibung
Zusammenfassung:<p> <b>Hintergrund und Fragestellung:</b> Resilienz im Sinne von „psychischer Widerstandsfähigkeit“ wird immer häufiger auch im Rahmen chronischer Erkrankungen untersucht. Dahinter steht die Frage nach einem konstruktiven Umgang mit Verlusten und schwerwiegenden, krankheitsbedingten Belastungen. Die vorliegende Studie untersuchte Zusammenhänge von Resilienz und somatischen bzw. psychosozialen Variablen bei herzinsuffizienten Patienten, die über eine hohe subjektive Symptomlast (physisch und psychisch) berichteten. Weiterhin wurde untersucht, ob sich die Ausprägung von Resilienz bei diesen Patienten von einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Allgemeinbevölkerung unterscheidet.</p> <p> <b>Methodik:</b> Insgesamt gingen die Daten von 186 symptomatisch hochbelasteten herzinsuffizienten Patienten (davon 82 mit und 104 ohne depressive Symptomatik) in die Analyse ein. Aus einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Allgemeinbevölkerung (n = 2007) wurde eine nach Alter und Geschlecht gematchte Zufallsstichprobe im Verhältnis 2:1 gezogen. Resilienz wurde mit der deutschen Version der Resilienzskala (RS) von Wagnild and Young untersucht.</p> <p> <b>Ergebnisse:</b> Das finale Regressionsmodell ergab signifikante positive Zusammenhänge der Variablen Resilienz mit dem Alter und der erlebten sozialen Unterstützung. Signifikante negative Zusammenhänge ergaben sich mit der empfundenen Hoffnungslosigkeit und dem Vermögen, Affekte bei sich wahrzunehmen und ausdrücken zu können (Alexithymie). Der Vergleich mit der Zufallsstichprobe von 372 Personen ergab, dass depressive herzinsuffiziente Patienten signifikant geringere Resilienzwerte aufwiesen als eine repräsentative Stichprobe der deutschen Allgemeinbevölkerung.</p> <p> <b>Folgerungen:</b> Während Parameter der Erkrankungsschwere nicht mit Resilienz in Zusammenhang stehen, scheinen v. a. psychosoziale Variablen wichtige Korrelate von psychischer Widerstandskraft bei chronischer Herzinsuffizienz zu sein. Der Befund einer geringer ausgeprägten Resilienz bei depressiven herzinsuffizienten Patienten unterstreicht die klinische Relevanz von Depression bei chronischer Herzinsuffizienz und zeigt Ansatzpunkte für gezielte Interventionen auf.</p>
Beschreibung:Gesehen am 11.08.2020
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0034-1369862