By fair means: Radsport, Bergsport und das Problem der normativen Regulierung des Handelns

Die öffentliche Meinung und ein Großteil der Fachliteratur neigen zu Skepsis, wenn es um die Chancen der Dopingbekämpfung im Leistungssport geht. Diese pessimistische Einschätzung wird durch die Entwicklung in den meisten Hochleistungsdisziplinen gerechtfertigt. Aber es gibt bemerkenswerte Ausnah...

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Bibliographic Details
Main Author: Stachura, Mateusz (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 25 March 2014
In: Berliner Journal für Soziologie
Year: 2014, Volume: 24, Issue: 1, Pages: 111-134
ISSN:1862-2593
DOI:10.1007/s11609-014-0239-6
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s11609-014-0239-6
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Author Notes:Mateusz Stachura
Description
Summary:Die öffentliche Meinung und ein Großteil der Fachliteratur neigen zu Skepsis, wenn es um die Chancen der Dopingbekämpfung im Leistungssport geht. Diese pessimistische Einschätzung wird durch die Entwicklung in den meisten Hochleistungsdisziplinen gerechtfertigt. Aber es gibt bemerkenswerte Ausnahmen in extremen Leistungssportarten, die in ihrer selbst gewählten Einschränkung der normativ zulässigen Mittel weit über die gesetzlichen Mindestbestimmungen hinausgehen. Das Höhenbergsteigen, wo selbst künstlicher Sauerstoff als Dopingmittel gewertet wird, gehört dazu. Die vorliegende Untersuchung zielt auf die Erklärung dieser Ausnahmeposition des Höhenbergsports vor dem Hintergrund des Vergleichs mit einer Sportdisziplin, die als besonders dopingbelastet gilt: dem Straßenradsport. Es wird argumentiert, dass die verschärfte Regulierung im Bergsport das Resultat der Offenhaltung der Freiräume für normative Innovationen ist. Leistung kann nicht nur durch den Normabbau gesteigert werden, sondern umgekehrt auch durch eine Normverschärfung sichtbar gemacht werden. Grundsätzlich besitzt jede Disziplin ein Potenzial für eine normative Selbstregulation. Meist bleibt dieses aber aufgrund der Schließung der normativen Innovationsräume ungenutzt. Eine verhängnisvolle Rolle spielt dabei das Dopingverbot selbst.
Item Description:Gesehen am 15.09.2020
Physical Description:Online Resource
ISSN:1862-2593
DOI:10.1007/s11609-014-0239-6