„Der König der Krankheiten“: wie entstand die besondere Aufmerksamkeit für Krebskranke? : ein Essay = “The King of Diseases” : the special attention that is paid to cancer patients and how it came about? an essay

Zusammenfassung - Die Geschichte der Krebserkrankungen im 20. Jahrhundert zeigt, dass verschiedene Faktoren dazu beigetragen haben, Krebs als einen „Herrscher aller Krankheiten“ aufzufassen, obwohl er dies epidemiologisch nie war. Nach wie vor stehen (je nach Weltregion) Infektionskrankheiten wie Tu...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Eckart, Wolfgang U. (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 6 April 2013
In: Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen
Year: 2013, Jahrgang: 107, Heft: 2, Pages: 105-115
ISSN:2212-0289
DOI:10.1016/j.zefq.2013.03.003
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1016/j.zefq.2013.03.003
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1865921713000342
Volltext
Verfasserangaben:Wolfgang U. Eckart
Beschreibung
Zusammenfassung:Zusammenfassung - Die Geschichte der Krebserkrankungen im 20. Jahrhundert zeigt, dass verschiedene Faktoren dazu beigetragen haben, Krebs als einen „Herrscher aller Krankheiten“ aufzufassen, obwohl er dies epidemiologisch nie war. Nach wie vor stehen (je nach Weltregion) Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Malaria oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems an der Spitze der Krankheitshäufigkeiten. In der Gruppe der chronisch-degenerativen Krankheiten hat aber der Krebs infolge der Epidemiologischen Transition um 1900 die klassischen Infektions-Volkskrankheiten zumindest in den hochentwickelten Ländern hinter sich gelassen. Die Krebswahrnehmung erfuhr in Deutschland aus propagandistischen Gründen in der Zeit der Diktatur (1933-45) eine besondere Förderung. Danach rückte Krebs im Nuklearen Zeitalter als lohnendes Objekt großtechnologischer Therapien (Strahlenkanonen) der Strahlenforschung stark ins öffentliche Interesse. Einen weiteren Aufmerksamkeitsschub erfuhr der Krebs im Kontext umweltpathogenetischer Diskurse. Bemerkenswert ist der Umstand, dass die erhöhte Krebswahrnehmung bis heute nicht signifikant stark mit durchschlagenden Erfolgen in der Krebstherapie gekoppelt ist, wohl aber mit Ideologien, Hoffnungen und technologischen Innovationsschüben. (Wie vom Gastherausgeber eingereicht) - Summary - The history of cancer in the 20th century demonstrates that various factors have contributed to the perception of cancer as the “Emperor of All Maladies” although this has never been true from an epidemiological perspective. Depending on the geographical area, infectious diseases like tuberculosis or malaria or cardiovascular diseases still head the list of the most common illnesses. Within the group of chronic degenerative diseases, however, cancer has outdistanced the widespread classic infectious diseases as a result of the epidemiologic transition in 1900, at least in the more developed countries. Under the Nazi dictatorship (from 1933 to 1945), the perception of cancer in Germany got particularly promoted for propaganda purposes. In the Atomic Era cancer attracted strong public interest as a worthwhile object of research in radiation therapies using large-scale facilities (electron accelerators, “electron guns”). A further upsurge of interest in cancer could then be witnessed in the context of the debate about the pathogenic role of environmental factors. Notably, this increased perception of cancer has not yet been significantly associated with a sweeping success in cancer treatment, but rather with ideologies, hopes and innovation impulses. (As supplied by publisher)
Beschreibung:Gesehen am 07.01.2021
Beschreibung:Online Resource
ISSN:2212-0289
DOI:10.1016/j.zefq.2013.03.003