Psychogene Fertilitätsstörungen: Mythen und Fakten

Es wird ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Bedeutung psychosozialer Faktoren bei der Genese von Fruchtbarkeitsstörungen gegeben. Hypothese ist, dass der Einfluss psychologischer Faktoren als alleinige Ursache von Infertilität im Allgemeinen überschätzt wird. Die Prävalenzang...

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Main Author: Wischmann, Tewes (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: [2003]
In: Gynäkologische Endokrinologie
Year: 2003, Volume: 1, Issue: 4, Pages: 187-196
ISSN:1610-2908
DOI:10.1007/s10304-003-0036-3
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s10304-003-0036-3
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Author Notes:T. Wischmann (Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatische Universitätsklinik Heidelberg)

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520 |a Es wird ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Bedeutung psychosozialer Faktoren bei der Genese von Fruchtbarkeitsstörungen gegeben. Hypothese ist, dass der Einfluss psychologischer Faktoren als alleinige Ursache von Infertilität im Allgemeinen überschätzt wird. Die Prävalenzangabe psychogener Infertilität von 10-15% muss kritisch diskutiert werden, ein Wert von ca. 5% erscheint realistischer. Idiopathische Infertilität ist nicht gleichzusetzen mit psychogener Infertilität. Die Definition der psychogenen Fertilitätsstörung nach den Leitlinien „Psychosomatik in der Reproduktionsmedizin“ wird vorgestellt. In einem Fallbeispiel wird eine überwiegend psychogene Infertilität beschrieben. Spontanschwangerschaften nach Adoption bzw. Aufgabe des Kinderwunsches sind eine absolute Ausnahme. Die Zusammenhänge von Stress und Infertilität beim Menschen sind noch ungeklärt. Erwiesen ist, dass das Erleben der Infertilität und der reproduktionsmedizinischen Behandlung für viele Frauen eine erhebliche emotionale Belastung darstellt, die in einigen Fällen eine psychosoziale Beratung erforderlich macht. Eine ausschließlich psychologische/psychodynamische Betrachtungsweise ist der Komplexität von Fertilitätsstörungen ebenso wenig angemessen wie eine rein organmedizinische Sicht. Die Fertilitätsstörung sollte immer als psychosomatische Einheit behandelt werden. 
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