Die Problematik der Bewertung transitorisch evozierter otoakustischer Emissionen (TEOAE) durch Experten und Expertensysteme

Die audiologische Nutzung der transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen (TEOAE) beruht auf der Identifizierung von Signal(anteil)en cochleären Ursprungs und ihrer Abgrenzung gegenüber Störsignal(beimischung)en. Für den audiologisch ausgebildeten Experten stellt diese Unterscheidung kein...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Author: Hoth, Sebastian (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2001
In: Zeitschrift für Audiologie
Year: 2001, Volume: 40, Issue: 2, Pages: 48-61
ISSN:1435-4691
Online Access:Verlag, Volltext: http://www.z-audiol.de/filebase/oeffentlich/2001/2001_02_Original_048-061.pdf
Get full text
Author Notes:Sebastian Hoth, Götz Buller, Steffen Suchandt, Frank Weber, Holger Lochmann
Description
Summary:Die audiologische Nutzung der transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen (TEOAE) beruht auf der Identifizierung von Signal(anteil)en cochleären Ursprungs und ihrer Abgrenzung gegenüber Störsignal(beimischung)en. Für den audiologisch ausgebildeten Experten stellt diese Unterscheidung kein ernsthaftes Problem dar. Mit der zunehmenden Anwendung der Untersuchungsmethode außerhalb audiologischer Einrichtungen nimmt aber die Notwendigkeit zu, den oftmals nicht vorhandenen Experten durch eine zu einer Entscheidung fähigen Maschine zu ersetzen. Die verschiedenen hierfür beschriebenen Ansätze beruhen auf unterschiedlich komplexen Algorithmen. Im einfachsten Fall wird ein einziger Parameter (Korrelationskoeffizient oder Signal/Rausch-Abstand) beurteilt, die nächst höhere Stufe besteht in der Anwendung signalstatistischer Verfahren (z.B. Vorzeichenmittelung mit anschließender binomialstatistischer Auswertung) und wieder eine Stufe höher sind Expertensysteme (künstliche neuronale Netze) angesiedelt, die unter Einbeziehung signaldynamischer Merkmale nach entsprechendem Training zu einer differenzierten Beurteilung der Meßergebnisse fähig sind.\nWir haben die Signalerkennung des an der Fachhochschule Wismar entwickelten neuronalen Netzes OtoClass an zwei Datensätzen von je 504 TEOAE-Messungen an 252 größtenteils erwachsenen Patienten getestet und sowohl mit der Befundung durch drei Experten als auch mit dem Hörbefund entsprechend der Tonhörschwelle verglichen. Hierbei zeigte sich zunächst, daß der „erfahrene Auswerter“ als Maß für die Qualität der maschinellen Signalerkennung nur bedingt geeignet ist, da verschiedene Experten unterschiedlich urteilen und selbst ein und derselbe Gutachter zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Urteile fällt. Gemeinsam aber ist allen Auswertern, daß ihre subjektive Klassifizierung um viele Kategorien vom objektiven Rating abweichen kann...
Item Description:Gesehen am 25.02.2021
Physical Description:Online Resource
ISSN:1435-4691