Das Interdikt in der europäischen Vormoderne

Das lokale Interdikt im Sinne eines temporären Entzugs von Seelsorge und Sakramenten in einem bestimmten Gebiet (Kirche, Stadt, Diözese, Herrschaftsterritorium), nahm neben der Exkommunikation eine zentrale Rolle im kirchlichen Sanktionsarsenal ein. Vom Hochmittelalter bis ins 17. Jahrhundert geho...

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Other Authors: Daniels, Tobias (Editor) , Jaser, Christian (Editor) , Woelki, Thomas (Editor)
Format: Edited Volume
Language:German
English
Italian
Spanish
Published: Berlin Duncker & Humblot [2021]
Series:Zeitschrift für historische Forschung Beiheft 57
In: Zeitschrift für historische Forschung (57)

Volumes / Articles: Show Volumes / Articles.
DOI:10.3790/978-3-428-58221-1
Subjects:
Online Access:Verlag, kostenfrei: https://elibrary.duncker-humblot.com/9783428582211
Resolving-System, kostenfrei: https://doi.org/10.3790/978-3-428-58221-1
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Author Notes:herausgegeben von Tobias Daniels, Christian Jaser, Thomas Woelki
Description
Summary:Das lokale Interdikt im Sinne eines temporären Entzugs von Seelsorge und Sakramenten in einem bestimmten Gebiet (Kirche, Stadt, Diözese, Herrschaftsterritorium), nahm neben der Exkommunikation eine zentrale Rolle im kirchlichen Sanktionsarsenal ein. Vom Hochmittelalter bis ins 17. Jahrhundert gehörte der durch das Interdikt hervorgerufene spirituelle Ausnahmezustand fest zum Erfahrungshorizont des vormodernen Europäers, insbesondere der Stadtbevölkerung. Das Interdikt ist aus der liturgischen und frömmigkeitspraktischen Lebenswelt Lateineuropas nicht wegzudenken. Zudem enthielt diese häufig angewandte Form der kirchlichen Strafpraxis stets ein besonderes Konfliktpotential. Ein Interdikt beschwor für jeden einzelnen Gläubigen einen unheilvollen Gewissens- und Loyalitätstest herauf, der erwünschte (Druck auf die Obrigkeit) und unerwünschte (Häresien, religiöser ‚Eigensinn‘) Reaktionsszenarien provozierte. Der Band erschließt erstmals europäisch vergleichend das analytische Potenzial des Interdikts als spezifisch vormodernes Querschnittsphänomen, das gleichermaßen kirchen-, rechts- und sozialgeschichtliche Perspektiven eröffnet.
Item Description:Literaturangaben
Physical Description:Online Resource
ISBN:9783428582211
DOI:10.3790/978-3-428-58221-1
Access:Open Access