Figuration und Emergenz: zur Ontologie und Methodologie des Ansatzes von Norbert Elias = Figruational sociology and methodological relationalism : on the ontology and methodology of Nobert Elias

Die zentrale These des Beitrags lautet, dass Norbert Elias die Position einer „dritten Soziologie“ jenseits von Individualismus und Kollektivismus entwirft. Diese methodologische Position wird vor dem Hintergrund seiner ontologischen Auffassungen über die natürliche und soziale Welt rekonstruiert....

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Albert, Gert (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 4 June 2013
In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
Year: 2013, Jahrgang: 65, Heft: 2, Pages: 193-222
ISSN:1861-891X
DOI:10.1007/s11577-013-0200-2
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s11577-013-0200-2
Volltext
Verfasserangaben:Gert Albert
Beschreibung
Zusammenfassung:Die zentrale These des Beitrags lautet, dass Norbert Elias die Position einer „dritten Soziologie“ jenseits von Individualismus und Kollektivismus entwirft. Diese methodologische Position wird vor dem Hintergrund seiner ontologischen Auffassungen über die natürliche und soziale Welt rekonstruiert. Elias skizziert deren Aufbau von der untersten physikalischen bis zur obersten soziologischen Ebene. Auf jeder Ebene finden sich Ganze, die sich aus Teilen zusammensetzen. In der Soziologie sind Figurationen die Ganzen, die aus Menschen als ihren Teilen aufgebaut sind. Ganze der physikalisch-chemischen Wissenschaften können reduktionistisch erklärt werden, Ganze der biologischen sowie der soziologischen Wissenschaften nicht, da hier Emergenzphänomene anzutreffen sind. Elias entwickelt dabei für die Soziologie einen neuartigen Emergenzbegriff. Emergent sind hier Eigenschaften der Teile, der Menschen, die in Abhängigkeit der sozialen Ganzen, der Figurationen, auftauchen. Daraus ergeben sich schließlich gewichtige Konsequenzen für eine handlungstheoretisch ausgerichtete Soziologie. Die grundlegenden Handlungsdispositionen des Menschen wären demnach historisch variabel, da sie in den sich wandelnden Figurationen ihren Ursprung haben. Handlungstheoretische Modelle dürfen daher nicht wie im RC-Ansatz oder dem Modell der Frame-Selektion als allgemein und universal geltend aufgefasst werden, sondern müssen variiert und jeweils auf bestimmte Anwendungsbereiche hin spezifiziert werden. Elias nimmt damit insgesamt die Ideen heutiger Wissenschaftsphilosophen zur Abschwächung des Gesetzesbegriffs vorweg.
Beschreibung:Gesehen am 11.05.2021
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1861-891X
DOI:10.1007/s11577-013-0200-2