Pathologie der schweren COVID-19-bedingten Lungenschädigung: Hinweise auf Mechanismen und therapeutische Ansätze

Hintergrund: Die histomorphologischen Veränderungen der Lungenschädigung bei schwerer Coronavirus-Krankheit-2019(COVID-19) sind unzureichend charakterisiert. Wir beschreiben die Sequenz der pathologischen Veränderungen bei COVID-19 und leiten hieraus Therapieansätze ab. Methode: Dreizehn an COVI...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Kommoss, Felix (VerfasserIn) , Schwab, Constantin (VerfasserIn) , Tavernar, Luca (VerfasserIn) , Schreck, Johannes (VerfasserIn) , Wagner, Willi Linus (VerfasserIn) , Merle, Uta (VerfasserIn) , Jonigk, Danny David (VerfasserIn) , Schirmacher, Peter (VerfasserIn) , Longerich, Thomas (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2.7.2020
In: Deutsches Ärzteblatt
Year: 2020, Jahrgang: 117, Heft: 29/30, Pages: 500-506
ISSN:2199-7292
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://www.aerzteblatt.de/archiv/214667/Pathologie-der-schweren-COVID-19-bedingten-Lungenschaedigung
Volltext
Verfasserangaben:Felix K.F. Kommoss, Constantin Schwab, Luca Tavernar, Johannes Schreck, Willi L. Wagner, Uta Merle, Danny Jonigk, Peter Schirmacher, Thomas Longerich
Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund: Die histomorphologischen Veränderungen der Lungenschädigung bei schwerer Coronavirus-Krankheit-2019(COVID-19) sind unzureichend charakterisiert. Wir beschreiben die Sequenz der pathologischen Veränderungen bei COVID-19 und leiten hieraus Therapieansätze ab. Methode: Dreizehn an COVID-19 verstorbene Patienten wurden nach einem standardisierten Protokoll obduziert. Die erhobenen Befunde und die klinischen Daten aus den Patientenakten wurden zueinander in Verbindung gesetzt. Ergebnisse: Es verstarben hauptsächlich Männer (77 %). Das mediane Alter betrug 78 Jahre (Altersspanne: 41–90). Bei der Mehrzahl der Verstorbenen bestanden erhebliche chronische Vorerkrankungen, am häufigsten eine arterielle Hypertonie. Die Obduktionen ergaben in den Lungen charakteristische COVID-19-bedingte, histologische Veränderungen, die bei den meisten Patienten als todesursächlich anzusehen waren. Histologisch zeigte sich eine sequenzielle alveoläre Schädigung. Eine solche Schädigung scheint wesentlich durch eine herdförmige kapilläre Mikrothrombenbildung bedingt zu sein. Sie führt vor oder nach Induktion von Fibrosierungen des Lungenparenchyms zum Tod der Patienten. Eine diffuse Lungenschädigung war ausschließlich bei invasiv beatmeten Patienten nachweisbar. Schlussfolgerung: Obduktionen haben eine zentrale Bedeutung für die systematische Beurteilung neuer Erkrankungen wie COVID-19. Sie bilden die Grundlage für weiterführende mechanistische Untersuchungen und therapeutische Überlegungen. Die autoptisch erhobenen Befunde legen eine herdförmige Schädigung der mikrovaskulären Lungenstrombahn als wesentliche Grundlage der letal verlaufenden Lungenerkrankung durch SARS-CoV-2 nahe. Sie führt möglicherweise auch zu persistierenden Lungenschäden bei Patienten, die von einer schweren COVID-19 genesen sind.
Beschreibung:Gesehen am 17.06.2021
Beschreibung:Online Resource
ISSN:2199-7292