Psychodynamische Psychotherapieverfahren bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen: Beihilfeberechtigte und gesetzlich Krankenversicherte im Vergleich

Einleitung: Psychotherapie-Richtlinien (PT-R) und Bundesbeihilfeverordnung (BBhV) unterscheiden sich in wenigen wesentlichen Vorgaben. Ziel dieser Arbeit ist es, die Eigenschaften und die Versorgung von Beihilfeberechtigten (1) in ambulanter Langzeit-Psychotherapie zu charakterisieren. Methode: In e...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Ullrich, Hanno (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Book/Monograph Hochschulschrift
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Heidelberg 09 Nov. 2021
DOI:10.11588/heidok.00030393
Schlagworte:
Online-Zugang:Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-303936
Resolving-System, kostenfrei: http://dx.doi.org/10.11588/heidok.00030393
Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/30393
Resolving-System: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-303936
Langzeitarchivierung Nationalbibliothek: https://d-nb.info/1245451146/34
Volltext
Verfasserangaben:vorgelegt von Hanno Sönke Dagobert Ullrich ; Referent: Prof. Dr. med. Klaus Lieberz
Beschreibung
Zusammenfassung:Einleitung: Psychotherapie-Richtlinien (PT-R) und Bundesbeihilfeverordnung (BBhV) unterscheiden sich in wenigen wesentlichen Vorgaben. Ziel dieser Arbeit ist es, die Eigenschaften und die Versorgung von Beihilfeberechtigten (1) in ambulanter Langzeit-Psychotherapie zu charakterisieren. Methode: In einer administrativ-epidemiologischen Querschnittsstudie wurden Beihilfeberechtigte (n = 203) und gesetzlich Krankenversicherte (n = 916) miteinander verglichen. Der Datenerhebung dienten Erst- und Umwandlungsberichte der psychodynamischen Verfahren in der antragspflichtigen ambulanten Psychotherapie zu dem Untersuchungszeitraum von Mai 2007 bis Juni 2012. Ergebnisse: Beihilfeberechtigte Patienten unterscheiden sich von gesetzlich krankenversicherten Patienten. Beihilfeberechtigte sind älter, höher gebildet, sozial eingebundener, biographisch weniger vorbelastet, sowie oftmals nicht in Vorbehandlung gewesen. Es gibt starke Hinweise darauf, dass die klinische Symptomatik, die Suizidalität sowie die Krankheitsschwere (gemessen mittels BSS) in der Beihilfe niedriger ausgeprägt sind. Sie werden meist von ärztlichen Psychotherapeuten im Einzelsetting in tiefenpsychologisch fundierter Langzeit-Psychotherapie behandelt. Diskussion: Die Ergebnisse aus der naturalistischen Beobachtung deuten darauf hin, dass Beihilfeberechtigte, die eine Behandlung nach der BBhV beantragen, seelisch gesünder sind und anders versorgt werden. Die Rahmenbedingungen beeinflussen in erheblichem Maße die Versorgungsrealität. Die Psychotherapie-Richtlinien und Beihilfevorschriften sollten die Versorgungsrealität berücksichtigen und folglich entweder aneinander angepasst werden oder sich evidenzbasiert voneinander unterscheiden.
Objective: Psychotherapy guidelines (PT-R) and state aid regulations (BBhV) are largely identical and differ in a few essential respects. The aim of this study is to characterise the beneficiaries and their care in psychotherapy. Methods: In an administrative-epidemiological cross-sectional study, state aid beneficiaries and statutory health insurance were compared. Data were collected on initial and extension requests for psychodynamic outpatient psychotherapy. Results: State aid patients are older, more educated, more socially integrated, less biographically burdened than patients with statutory health insurance. They are usually treated by medical psychotherapists in individual setting in depth psychologically founded long-term psychotherapy. The clinic is less pronounced among state aid beneficiaries. Conclusion: State aid beneficiaries are mentally healthier and treated differently. The state aid regulations are decisive for routine care. The framework conditions must therefore either be adapted to each other or differ on the basis of evidence.
Beschreibung:Online Resource
DOI:10.11588/heidok.00030393