Die Bedeutung der Phonemdiskrimination für eine Lese-Rechtschreibstörung in den Klassenstufen eins bis sechs

Fragestellung: Die Forschung zur Phonemdiskriminationsschwäche im Ursachengefüge der Legasthenie wird in der Literatur überwiegend auf die Variable des Lesens bezogen. Ziel der vorliegenden Studie ist es, den Zusammenhang von Lautdiskrimination und Rechtschreibleistung in Abhängigkeit von der Kl...

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Main Authors: Brunner, Monika (Author) , Bäumer, Claudia (Author) , Rosenauer, Karin (Author) , Scheller, Holger (Author) , Plinkert, Peter K. (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
English
Published: December 02, 2010
In: Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Year: 2010, Volume: 38, Issue: 6, Pages: 439-447
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000073
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1024/1422-4917/a000073
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1024/1422-4917/a000073
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Author Notes:Monika Brunner, Claudia Bäumer, Karin Rosenauer, Holger Scheller und Peter Plinkert
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Summary:Fragestellung: Die Forschung zur Phonemdiskriminationsschwäche im Ursachengefüge der Legasthenie wird in der Literatur überwiegend auf die Variable des Lesens bezogen. Ziel der vorliegenden Studie ist es, den Zusammenhang von Lautdiskrimination und Rechtschreibleistung in Abhängigkeit von der Klassenstufe zu erfassen. Methodik: Die Befunde im Heidelberger Lautdifferenzierungstest (HLAD) und die Rechtschreibleistung von 253 Kindern, die zur Abklärung von LRS und/oder auditiver Wahrnehmungsstörung die Phoniatrie/Pädaudiologie aufsuchten, wurden retrospektiv analysiert. Ergebnisse: Die Phonemdiskrimination, die über den HLAD als auditive Vergleichsleistung, als Nachsprech- und als Benennleistung erfasst wurde, zeigte einen hochsignifikanten Zusammenhang zur Rechtschreibleistung in den ersten Klassenstufen. Auch in den höheren Klassenstufen ist die Schwäche in der Phonemdiskrimination noch nachweisbar. Hier ist die Korrelation zur Rechtschreibleistung jedoch geringer, wenngleich noch signifikant. Anhand der Phonemdiskrimination lässt sich die Rechtschreibleistung signifikant unterscheiden. Schlussfolgerungen: Schwächen der Phonemdiskrimination sind ein Indikator für eine mangelnde Sprachverarbeitung. Sie treten bis in höhere Klassenstufen hinein auf, der Einfluss auf die Rechtschreibung ist jedoch in den ersten Klassen am höchsten. Ein logopädisches Training der Phonemdiskriminationsschwäche sollte überwiegend in den ersten Klassenstufen im Mittelpunkt der Therapie stehen. In den höheren Klassenstufen sind sprachanalytische und metasprachliche Kognitionen in den Vordergrund zu rücken.
Item Description:Gesehen am 08.03.2023
Physical Description:Online Resource
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000073