Globalisierung und Modernisierung: zentrale Annahmen der Globalisierungstheorien auf dem Prüfstand

Mit dem Stichwort der „Globalisierung“ ist in der Regel zumindest die Annahme angesprochen, daß sich gesellschaftliche Prozesse in zunehmenden Maße aus lokalen Zusammenhängen lösen (auch wenn Prozesse der lokalen Rückbindung parallel laufen) und dies kulturbedeutsame gesellschaftliche Auswirkunge...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Pohlmann, Markus (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Kapitel/Artikel
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2006
In: Die Vielfalt und Einheit der Moderne
Year: 2006, Pages: 165-183
DOI:10.1007/978-3-531-90111-4_8
Schlagworte:
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/978-3-531-90111-4_8
Volltext
Verfasserangaben:Markus Pohlmann
Beschreibung
Zusammenfassung:Mit dem Stichwort der „Globalisierung“ ist in der Regel zumindest die Annahme angesprochen, daß sich gesellschaftliche Prozesse in zunehmenden Maße aus lokalen Zusammenhängen lösen (auch wenn Prozesse der lokalen Rückbindung parallel laufen) und dies kulturbedeutsame gesellschaftliche Auswirkungen zeitigt. Eine veränderte Form der Wahrnehmung von Territorialität (z.B. von der „Fläche“ zur „Erdkugel“, von der Nation zur Welt) wird in Verbindung gesetzt mit veränderten Formen der Wahrnehmung von Kausalität („Entkoppelung von Raum und Zeit“, „Kausalschleifen“) und gesellschaftlicher Strukturierung (vgl. dazu nur Schmidt 1999: 13). Die Ausweitung des Raumbezugs auf die Welt, so das Credo der Globalisierungstheorien, schafft früher oder später neue oder veränderte Formen von Sozialität und damit auch neue oder veränderte gesellschaftliche Problemlagen. Die meisten Globalisierungstheorien teilen diese Annahme. Mehr noch: An ihr kann man im Regelfall erkennen, ob man es mit einer Globalisierungstheorie zu tun hat oder nicht. Auf der einen Seite ist es ihre starke Bezugnahme auf den Raum als Ausgangspunkt reflexiver Gesellschaftsstrukturierung, in der sie sich von Modernisierungstheorien unterscheiden. Auf der anderen Seite trennt sie die Prozeßperspektive der „Entgrenzung“, und damit die Annahme einer „Nicht-Abgeschlossenheit“ der Globalisierung, von den (Welt)Systemtheorien. An solchen Unterschieden lassen sich die grundlegenden Annahmen der Globalisierungstheorien gut erkennen.
Beschreibung:Gesehen am 07.07.2023
Beschreibung:Online Resource
ISBN:9783531901114
DOI:10.1007/978-3-531-90111-4_8