Staatliche Ordnung und moderne Sozialintegration

Aus der neueren Systemtheorie und der Individualisierungsthese ist das Problem sozialer Integration weitgehend verschwunden. Die differenzierte Grundstruktur moderner Gesellschaften bietet dem Einzelnen lediglich noch Komplexität an, die er biographisch verarbeiten muss. Integration reduziert sich...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schwinn, Thomas (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2001
In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
Year: 2001, Jahrgang: 53, Heft: 2, Pages: 211-232
ISSN:1861-891X
DOI:10.1007/s11577-001-0037-y
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s11577-001-0037-y
Volltext
Verfasserangaben:Thomas Schwinn
Beschreibung
Zusammenfassung:Aus der neueren Systemtheorie und der Individualisierungsthese ist das Problem sozialer Integration weitgehend verschwunden. Die differenzierte Grundstruktur moderner Gesellschaften bietet dem Einzelnen lediglich noch Komplexität an, die er biographisch verarbeiten muss. Integration reduziert sich auf eine bloß noch individuelle Leistung. Dagegen wird die besondere sozialintegrative Bedeutung der staatlichen Ordnung hervorgehoben. Auf mehreren Ebenen hat sie eine Klammerfunktion über die einzelnen Inklusionen hinweg: kulturell, indem mit der Fusion von Politik und Kultur Fragen der Inklusion in die einzelnen Ordnungen nicht kulturneutral geregelt werden; rechtlich, indem mit dem Staatsbürgerstatus eine Hauptschwelle überschritten werden muss, um vollen Zugang zu den anderen Institutionen zu haben; intermediär, indem sie einen notwendigen Rahmen für die Konfliktinstitutionalisierung zwischen den Interessengruppen bildet; legitimatorisch, indem die Akzeptanz eines gesamten Arrangements von differenzierten Ordnungen über die Legitimation der politischen Ordnung abgerechnet wird; und schließlich hat sie eine integrierende Funktion auf der Ebene des Lebenslaufs, wo sie die Einzelinklusionen untereinander anschlussfähig hält und zur biographischen Kontinuität und Erwartbarkeit beiträgt.
Beschreibung:Gesehen am 14.08.2023
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1861-891X
DOI:10.1007/s11577-001-0037-y