Einsatz von Mikrofiltern im Rahmen der Infusionstherapie

Ziel: In dieser Übersicht wird die pathogenetische Relevanz mikrobiologischer und partikulärer Verunreinigungen von Infusionslösungen dargestellt. Nutzen und Risiken des Einsatzes von 0,2-μm-Infusionsfilter-Systemen werden analysiert. Quellen: Neben der Berücksichtigung eigener Ergebnisse wurde...

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Bibliographic Details
Main Authors: Böttiger, Bernd W. (Author) , Bach, Alfons (Author)
Format: Article (Journal)
Language:English
Published: 1994
In: Infusion therapy and transfusion medicine
Year: 1994, Volume: 21, Issue: 1, Pages: 42-51
ISSN:1424-5493
DOI:10.1159/000222942
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1159/000222942
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Author Notes:B.W. Böttiger, A. Bach
Description
Summary:Ziel: In dieser Übersicht wird die pathogenetische Relevanz mikrobiologischer und partikulärer Verunreinigungen von Infusionslösungen dargestellt. Nutzen und Risiken des Einsatzes von 0,2-μm-Infusionsfilter-Systemen werden analysiert. Quellen: Neben der Berücksichtigung eigener Ergebnisse wurde die zum Thema verfügbare medizinische Literatur im Rahmen einer elektronisch unterstützten Literaturrecherche systematisch ausgewertet. Ergebnisse: Während einer Infusionstherapie werden Mikroorganismen, bakterielle Toxine und Fremdpartikel in den Patienten eingeschwemmt. So eingebrachte Bakterien können als Verursacher einer Sepsis, die eingebrachten Fremdpartikel im Rahmen der Mikrozirkulationsstörung beim Atemnotsyndrom (ARDS) des Erwachsenen und beim Multiorganversagen eine Rolle spielen. Zur Elimination dieser unver-meidlichen bakteriellen und partikulären Last stehen seit einiger Zeit 0,2-μm-Filter-systeme zur Verfügung. Durch ihren patientennahen Einsatz gelingt es, im Infusat mitgeführte Bakterien und Endotoxine vollständig zu retinieren. Die partikuläre Belastung des Organismus wird entsprechend der Porengröβe der Membran dra-stisch reduziert. Konsekutiv wird die Phlebitisrate bei periphervenösen Kathetern durch den Einsatz dieser Filter deutlich gesenkt. Eine Reduktion bakterieller Infektionen und eine Verminderung der durch Mikropartikel induzierten Veränderungen der pulmonalen Strombahn durch Filtereinsatz werden diskutiert. Durch die Verlängerung der Wechselintervalle der gesamten Infusionssysteme von 24 h ohne Filter auf bis zu 96 h mit Filter werden Kosten reduziert, Abfall vermindert und Arbeitszeit im Pflegebereich eingespart. In der Gesamtbilanz sind diese Filter daher als kosteneffektiv einzustufen. Medikamente in einer Konzentration von < 5 μg/ml bzw. in einer Dosierung von < 5 mg/24h sollten wegen möglicher Adsorptionseffekte nicht über den Filter gegeben werden. Wegen der Porengröβe der Membran ist die Gabe von Blut, Blutprodukten, Fettlösungen und anderen Emulsionen sowie eine schnelle Volumensubstitution über solche Filter nicht möglich. Schluβfolgerungen: Aufgrund der dargelegten Eigenschaften erscheint der Einsatz von 0,2-μm-Filtern im Rahmen der Infusionstherapie sinnvoll. Durch diese Filter wird die Patientensicherheit erhöht.
Item Description:Elektronische Reproduktion der Druck-Ausgabe 27. Mai 2009
Gesehen am 20.11.2023
Physical Description:Online Resource
ISSN:1424-5493
DOI:10.1159/000222942