Antikoagulation bei alten Patienten

Indikationen und epidemiologische Aspekte: Das zerebrovaskuläre Risiko steigt mit zunehmendem Alter und über ⅓ der >65-jährigen Patienten ist von Gebrechlichkeit betroffen. Deshalb ist Antikoagulation zur Schlaganfallprophylaxe empfohlen und auch alte Patienten profitieren vom Einsatz neuer or...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Burkhardt, Heinrich (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal) Editorial
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: September 2023
In: Deutsche medizinische Wochenschrift
Year: 2023, Jahrgang: 148, Heft: 17, Pages: 1102-1107
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/a-2020-0196
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2020-0196
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2020-0196
Volltext
Verfasserangaben:Heinrich Burkhardt
Beschreibung
Zusammenfassung:Indikationen und epidemiologische Aspekte: Das zerebrovaskuläre Risiko steigt mit zunehmendem Alter und über ⅓ der >65-jährigen Patienten ist von Gebrechlichkeit betroffen. Deshalb ist Antikoagulation zur Schlaganfallprophylaxe empfohlen und auch alte Patienten profitieren vom Einsatz neuer oraler Antikoagulanzien (NOAK). Durch diese Therapie wird, im Vergleich zu den Vitamin-K-Antagonisten (VAK), die komplizierte individuelle Einstellung auf die Medikation vereinfacht. Kontraindikationen und Risikosituationen: Gerinnungsstörungen, terminale Niereninsuffizienz oder die Dialysesituation stellen eine Kontraindikation dar. Das Risiko für Blutungsereignisse kann durch eine prophylaktische Komedikation mit einem Protonenpumpeninhibitor (PPI) minimiert werden.Altersbedingte Veränderungen der Risiko-Nutzen-Bilanz: Sturzereignisse häufen sich im Alter und sollten bei allen alten Patienten mit Antikoagulation mithilfe von Assessment-Instrumenten getestet werden. Die Abnahme der glomerulären Filtrationsrate erfordert ein umsichtiges und nicht zu weitmaschiges Monitoring der Nierenfunkton. Adhärenzprobleme aufgrund von funktionellen Einschränkungen können mit einem frühzeitigen Übergang auf ein partielles oder vollständiges Fremdmanagement aufgefangen werden. Konsequenzen für den klinischen Alltag: Alte Patienten mit einer Indikation für eine Therapie mit oralen Antikoagulantien sollten nach Möglichkeit mit NOAK behandelt werden. Das geriatrische Assessment bietet wertvolle Hinweise für eine individualisierte und optimierte Indikationsstellung und für das rechtzeitige Hinzuziehen ergänzender Maßnahmen (z.B. bei Adhärenzproblemen). Daher sollte es zum Standard des Therapiemonitorings bei dieser Therapieform gehören.
Beschreibung:Online veröffentlicht: 23. August 2023
Gesehen am 24.06.2024
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/a-2020-0196