Sonderlagen und Gefahrenabwehr in deutschen Krankenhäusern - eine Umfrage zum Ist-Zustand

Hintergrund und Fragestellung: Bei Ereignissen wie einem Cyberangriff oder einem Massenanfall von Verletzten müssen in Krankenhäusern Ad-hoc-Maßnahmen ergriffen werden. Die beteiligten Prozesse und Instrumente zur Gefahrenabwehr werden in der Krankenhausalarm- und -einsatzplanung (KAEP) festgelegt...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Forst, Maik von der (VerfasserIn) , Popp, Erik (VerfasserIn) , Weigand, Markus A. (VerfasserIn) , Neuhaus, Christopher (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 19. Oktober 2023
In: Die Anaesthesiologie
Year: 2023, Jahrgang: 72, Heft: 11, Pages: 784-790
ISSN:2731-6866
DOI:10.1007/s00101-023-01349-2
Online-Zugang:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00101-023-01349-2
Volltext
Verfasserangaben:M. von der Forst, E. Popp, M.A. Weigand, C. Neuhaus
Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund und Fragestellung: Bei Ereignissen wie einem Cyberangriff oder einem Massenanfall von Verletzten müssen in Krankenhäusern Ad-hoc-Maßnahmen ergriffen werden. Die beteiligten Prozesse und Instrumente zur Gefahrenabwehr werden in der Krankenhausalarm- und -einsatzplanung (KAEP) festgelegt. Mit welchen Ressourcen und auf welche Sonderlagen sich Krankenhäuser vorbereiten, soll die vorliegende Studie erläutern. Methoden: Es wurde eine prospektive, explorative, anonyme Umfrage an Krankenhäusern in Deutschland durchgeführt. Eingeschlossen wurden Krankenhäuser, die sowohl über eine Innere Medizin als auch eine Chirurgie verfügen. Verantwortliche für Qualitäts‑/Risikomanagement wurden anhand eines standardisierten Fragebogens zu Ressourcen, Risiken und Inhalten der eigenen KAEP befragt. Ergebnisse: Es nahmen 95 Kliniken an der Umfrage teil, von diesen gaben 98% (n= 93) an, über eine KAEP zu verfügen. Die Vorbereitung auf einzelne Szenarien war sehr unterschiedlich. In 60% (n= 56) der befragten Kliniken existierte eine ärztlich besetzte Stabsstelle Krisen/Katastrophenmanagement. Eine Freistellung erfolgte in 12 Kliniken (ausnahmslos Schwerpunkt- oder Maximalversorger). Diskussion: Die meisten teilnehmenden Kliniken sind sich der Notwendigkeit einer KAEP bewusst und halten szenariospezifische Pläne vor. Lücken scheint es neben chemischen, biologischen und radionuklearen Lagen jedoch insbesondere im Bereich von Extremwetterereignissen und Infrastrukturausfällen zu geben. Es bedarf in Zukunft v.a. einer adäquaten Freistellung von ärztlichem Personal für den Bereich KAEP und einer Refinanzierung dieser Maßnahmen bei den Krankenhäusern.
Beschreibung:Gesehen am 09.08.2024
Beschreibung:Online Resource
ISSN:2731-6866
DOI:10.1007/s00101-023-01349-2