Hämoperfusion in Anästhesie und Intensivmedizin: Chancen, Risiken und Evidenz verschiedener Systeme

Hintergrund: Hämoperfusion ist ein Verfahren zur Elimination von endogenen und exogenen Toxinen und schädlichen Mediatoren durch Adsorption. Mittlerweile vertreiben diverse Anbieter Systeme mit unterschiedlichen Technologien. Fragestellung: Ziel dieser Arbeit ist es zu bewerten, welche Chancen, Ri...

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Main Authors: Gräfe, Caroline (Author) , Weidhase, Lorenz (Author) , Liebchen, Uwe (Author) , Weigand, Markus A. (Author) , Scharf, Christina (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 14. September 2023
In: Die Anaesthesiologie
Year: 2023, Volume: 72, Issue: 12, Pages: 843-851
ISSN:2731-6866
DOI:10.1007/s00101-023-01341-w
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00101-023-01341-w
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Author Notes:Caroline Gräfe, Lorenz Weidhase, Uwe Liebchen, Markus A. Weigand, Christina Scharf
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Summary:Hintergrund: Hämoperfusion ist ein Verfahren zur Elimination von endogenen und exogenen Toxinen und schädlichen Mediatoren durch Adsorption. Mittlerweile vertreiben diverse Anbieter Systeme mit unterschiedlichen Technologien. Fragestellung: Ziel dieser Arbeit ist es zu bewerten, welche Chancen, Risiken und Evidenz die unterschiedlichen Systeme haben, wie die Funktionsweise ist und für welche Indikationen sie in Deutschland zugelassen sind. Methodik: Zur Zielerreichung wurde eine narrative Bewertung der vorhandenen Literatur und Leitlinien für verschiedene Indikationen vorgenommen. Der Fokus lag dabei auf In-vivo-Studien. Ergebnisse: Die meisten Adsorber wurden zur Zytokin- und Endotoxinentfernung im Rahmen der Sepsis entwickelt. Bisher konnte aber keine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) einen Überlebensvorteil durch den Einsatz von Hämoperfusion zeigen. Die S3-Leitlinie zur Therapie der Sepsis und die Leitlinie der Surviving Sepsis Campaign (SSC) raten deswegen von der routinemäßigen Anwendung ab. Zu Beginn der Coronapandemie wurde die Hämoperfusion als vielversprechender Therapieansatz gehandelt. Aktuelle Daten zeigen allerdings keine positiven Ergebnisse, sodass der Einsatz nicht routinemäßig empfohlen werden kann. Die Anwendung von Adsorptionsverfahren bei PatientInnen mit Leberversagen und Rhabdomyolyse ist nur rudimentär untersucht, sodass aktuell keine Empfehlung für oder gegen einen Einsatz ausgesprochen werden kann. Auch im operativen Setting (v.a. Herzchirurgie) und für die Elimination unerwünschter Medikamente gibt es keine ausreichende Evidenz, um die Anwendung regelhaft zu empfehlen. Diskussion: Diverse Adsorptionsverfahren können verschiedene Stoffe eliminieren. Aktuell fehlen für alle Indikationen und Systeme Nachweise, die den routinemäßigen Einsatz fernab klinischer Studien rechtfertigen.
Item Description:Gesehen am 14.08.2024
Physical Description:Online Resource
ISSN:2731-6866
DOI:10.1007/s00101-023-01341-w