Primär sklerosierende Cholangitis: Colitis-ulcerosa-assoziierte Erkrankung mit chirurgischen Konsequenzen

Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ist in der Regel mit einer Colitis ulcerosa assoziiert. Charakteristischerweise zeigt sie einen schleichenden, jedoch progressiven Krankheitsverlauf. Die PSC im Endstadium ist durch Leberversagen, Cirrhose oder Gallengangscarcinome gekennzeichnet. Die PSC...

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Bibliographic Details
Main Authors: Heuschen, Gundi (Author) , Heuschen, Udo (Author) , Herfarth, Christian (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: October 1998
In: Der Chirurg
Year: 1998, Volume: 69, Issue: 10, Pages: 1028-1034
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050532
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s001040050532
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Author Notes:G. Heuschen, U.A. Heuschen, und C. Herfarth
Description
Summary:Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ist in der Regel mit einer Colitis ulcerosa assoziiert. Charakteristischerweise zeigt sie einen schleichenden, jedoch progressiven Krankheitsverlauf. Die PSC im Endstadium ist durch Leberversagen, Cirrhose oder Gallengangscarcinome gekennzeichnet. Die PSC stellt aber auch eine Risikoerkrankung für colorectale Carcinome bei Patienten mit gleichzeitiger Colitis ulcerosa dar. Eine allgemein anerkannte, medikamentöse Therapie existiert bislang nicht, obwohl neuere Daten ermutigende Ergebnisse nach einer Behandlung mit Ursodeoxycholsäure zeigen. Ob dieses Medikament ein Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern oder sogar verhindern kann, ist aufgrund einer noch nicht ausreichend langen Nachbeobachtungszeit bislang unklar. Isolierte Gallengangstenosen sollten interventionell-endoskopisch behandelt werden. Welchen Einfluß eine Proktocolektomie auf den Verlauf einer PSC hat, wird bis heute kontrovers diskutiert. Die Therapie der PSC im Endstadium ist die Lebertransplantation. Das 5-Jahres-Überleben ist mit bis zu 89 % signifikant besser, als bei anderen Indikationen zur Lebertransplantation. Colitis-Patienten nach Transplantation müssen lebenslang coloskopisch-bioptisch überwacht werden, da sie trotz meist asymptomatischer Colitis ein erhöhtes Risiko für colorectale Carcinome aufweisen.
Item Description:Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache
Gesehen am 06.10.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050532