Gastkommentar zu „Schichterfüllungsquoten in der Pflege und Überlebenschancen sehr kleiner Frühgeborener - Datenanalyse der Perinatalzentren Level 1 in Deutschland 2019-2023“

Die hier präsentierte Studie [1] zielt auf ein zentrales Element ab, dass unser tägliches Arbeiten prägt: die Vorgabe zur Schichterfüllung des G-BA. Was ist der Kern der G-Ba Forderung? Die Teams der Level I Zentren sollen zu jeder Zeit „ausreichende Kapazitäten“ haben, die komplexen Aufgaben i...

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Bibliographic Details
Main Author: Gille, Christian (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: Oktober 2025
In: Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie
Year: 2025, Volume: 229, Issue: 5, Pages: 349
ISSN:1439-1651
DOI:10.1055/a-2686-2404
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2686-2404
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-2686-2404
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Author Notes:Christian Gille
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Summary:Die hier präsentierte Studie [1] zielt auf ein zentrales Element ab, dass unser tägliches Arbeiten prägt: die Vorgabe zur Schichterfüllung des G-BA. Was ist der Kern der G-Ba Forderung? Die Teams der Level I Zentren sollen zu jeder Zeit „ausreichende Kapazitäten“ haben, die komplexen Aufgaben in der Versorgung der Allerkleinsten unserer Gesellschaft optimal erfüllen zu können. Die hier vorgestellte Studie zeigt nun, dass die dazu angelegten quantitativen Vorgaben kein besonders guter Diskriminator sind, um „ausreichende Kapazität“ zu definieren. Im Gegenteil, denn höhere Fallzahlen, die häufig mit einer besseren Ergebnisqualität assoziiert sind, waren hier mit einer niedrigeren Schichterfüllungsquote verbunden. Genau das spiegelt die Realität an größeren Zentren wider: die Belastung ist sehr wechselnd und verändert sich oft innerhalb einer Schicht enorm. Zusammen mit dem hier präsentierten Ergebnis, dass bis zu einer Erfüllungsquote von 80% keine signifikante Verschlechterung der gewählten Outcomeparameter eintrat zeigt, dass die meisten Teams die „ausreichende Kapazität“ nicht quantitativ hervorbringt, so dass es vor allem die Qualität der Pflege ist, die das Ergebnis beeinflusst, zumindest solange eine Mindestgröße des Teams nicht unterschritten wird. So schreiben die Autoren in der Diskussion auch, dass „Komplikationsraten […] weniger durch die Anzahl als durch Qualifikation, Erfahrung und Engagement des medizinischen Personals beeinflusst [wird]“ [1]. Das wissen alle, die täglich auf den Stationen arbeiten: ein motiviertes Team mit erfahrenen Pflegenden wird den volatilen Anforderungen in der Regel gewachsen sein.
Item Description:Artikel online veröffentlicht: 13. Oktober 2025
Gesehen am 22.01.2026
Physical Description:Online Resource
ISSN:1439-1651
DOI:10.1055/a-2686-2404