Systemische Therapie von Keimzelltumoren fortgeschrittener Stadien: Leitthema

Fortgeschrittene Keimzelltumoren (KZT) mit ausgedehnter Lymphknotenmetastasierung (≥5cm; klinisches Stadium, „clinical stage“, CS: IIC) oder Fernmetastasen (CS III) zählen trotz ungünstiger Ausgangssituation zu den soliden Tumoren mit den höchsten Heilungsraten. Prognostisch günstig sind pulmona...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Kapucu, Akin (VerfasserIn) , Wessels, Frederik (VerfasserIn) , Claßen, Johannes (VerfasserIn) , Zschäbitz, Stefanie (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 09 January 2026
In: Die Onkologie
Year: 2026, Pages: 1-5
ISSN:2731-7234
DOI:10.1007/s00761-025-01891-1
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00761-025-01891-1
Volltext
Verfasserangaben:Akin Kapucu, Frederik Wessels, Johannes Claßen, Stefanie Zschäbitz
Beschreibung
Zusammenfassung:Fortgeschrittene Keimzelltumoren (KZT) mit ausgedehnter Lymphknotenmetastasierung (≥5cm; klinisches Stadium, „clinical stage“, CS: IIC) oder Fernmetastasen (CS III) zählen trotz ungünstiger Ausgangssituation zu den soliden Tumoren mit den höchsten Heilungsraten. Prognostisch günstig sind pulmonale, ungünstig dagegen nichtpulmonale viszerale Metastasen. Entscheidend für den Therapieerfolg sind die konsequente leitliniengerechte Behandlung und die Durchführung in erfahrenen Zentren. Grundlage der systemischen Erstlinientherapie bleibt das Cisplatin-haltige PEB-Schema (Cisplatin, Etoposid, Bleomycin); Alternativen sind EP (Cisplatin, Etoposid) oder PEI (Cisplatin, Etoposid, Ifosfamid) bei Bleomycin-Kontraindikation. Das frühe Therapieansprechen, insbesondere der Tumormarkerabfall, ist ein wesentlicher prognostischer Faktor und kann Anlass zu einer Therapieintensivierung geben. Die Hochdosis-Chemotherapie ist heute Standard in der Salvage-Situation. Ihr Stellenwert gegenüber einer konventionell dosierten Chemotherapie mit Cisplatin, Ifosfamid und Paclitaxel (TIP) wird im Rahmen der internationalen TIGER-Studie prospektiv untersucht. Zerebrale Metastasen sind selten und werden i. d. R. primär systemisch analog zum „Poor-Risk-Regime“ behandelt; eine ergänzende chirurgische oder stereotaktische Lokaltherapie kann in ausgewählten Fällen sinnvoll sein. Früh- und Spättoxizitäten erfordern eine konsequente supportive Begleitung und strukturierte Nachsorge als integrale Bestandteile des Gesamtkonzepts.
Beschreibung:Gesehen am 10.02.2026
Beschreibung:Online Resource
ISSN:2731-7234
DOI:10.1007/s00761-025-01891-1