Der Parallelismus von Farbenkreis und Tonleiter: Überlegungen und Versuche zu einer Idee Isaac Newtons anläßlich seines 350. Geburtstages

Neben der Entdeckung der spektralen Zerlegung des Lichtes ist die Anordnung der Farben im Farbenkreis der entscheidende Beitrag Newtons zur Begründung der physiologischen Optik. Seine Idee war, den Parallelismus zur Musik in der Weise herzustellen, daß die Farben vom Violett über Purpur zum Rot in...

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Bibliographic Details
Main Author: Jaeger, Wolfgang (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: April 1994
In: Spektrum der Augenheilkunde
Year: 1994, Volume: 8, Issue: 2, Pages: 58-65
ISSN:1613-7523
DOI:10.1007/BF03163871
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/BF03163871
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Author Notes:W. Jaeger
Description
Summary:Neben der Entdeckung der spektralen Zerlegung des Lichtes ist die Anordnung der Farben im Farbenkreis der entscheidende Beitrag Newtons zur Begründung der physiologischen Optik. Seine Idee war, den Parallelismus zur Musik in der Weise herzustellen, daß die Farben vom Violett über Purpur zum Rot in gleicher Weise in sich zurückgeführt werden, wie die Töne der Tonleiter in der Oktave. In Newtons „Opticks“ ist jeder der 7 Farben des Farbenkreises ein Ton der siebenstufigen Tonleiter zugeordnet. Wenn man versuchen will, die Idee Newtons aufzugreifen, so muß statt der von Newton verwendeten dorischen Kirchentonart die heute übliche Tonleiter mit 12 gleichabständigen Halbtönen verwendet werden. Auch für den Farbenkreis muß das Prinzip der Gleichabständigkeit eingeführt werden. Die dafür passende Grundlage ist der Farbenkreis des DIN-Normenatlasses. In Analogie zur aufsteigenden Tonleiter ließen wir den Farbenkreis mit den dunklen Farben Rot, Violett und Blau beginnen und bei den hellen Farben Gelbgrün, Gelb und Orange enden. Auf diese Weise kann sich der Farbenkreis nach Art einer Schraube nach oben zu dem nächsthelleren und nach unten zu dem nächstdunkleren Kreis fortsetzen. Ausgehend von diesem Arrangement wurden Melodien in die lineare Sequenz der entsprechenden Farben übertragen. Die dafür verwendeten Farbchips hatten jedoch den Nachteil, daß der Rhythmus der Melodie nicht berücksichtigt werden konnte. Deshalb brachte die elektronische Wiedergabe einen wesentlichen Fortschritt, weil mit der Breite des Farbstreifens die Dauer des Tons angegeben werden kann. Damit können bei Mehrstimmigkeit auch mehrere Stimmen dargestellt werden. Zum Schluß wurde der Versuch gemacht, in umgekehrter Richtung die Farben eines abstrakten Bildes in Töne zu übersetzen. Die gezeigten Analogien zwischen melodischer Tonfolge und entsprechender Farbsequenz lassen sich in Richtung der Gedanken Isaac Newtons interpretieren.
Item Description:Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache
Gesehen am 27.05.2026
Physical Description:Online Resource
ISSN:1613-7523
DOI:10.1007/BF03163871