Ende der Hypnose: vom Netz und zum Buch
Dreißig Jahre nach dem Vordringen digitaler Technik ins Wohnzimmer leiden wir immer noch unter der kollektiven Hypnose, die Marshall McLuhan als erste Konsequenz der Heraufkunft eines neuen Mediums diagnostiziert hat. Wer sich ihr zu entwinden versucht und Kritik am fallout der Digitalisierung übt,...
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| Main Author: | |
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| Format: | Book/Monograph |
| Language: | German |
| Published: |
Frankfurt am Main Basel
Stroemfeld
2012
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| Edition: | 2. Aufl. |
| Subjects: | |
| Online Access: | Inhaltstext: http://deposit.dnb.de/cgi-bin/dokserv?id=4117561&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm Verlag, Rezension: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=17693 |
| Author Notes: | Roland Reuß |
| Summary: | Dreißig Jahre nach dem Vordringen digitaler Technik ins Wohnzimmer leiden wir immer noch unter der kollektiven Hypnose, die Marshall McLuhan als erste Konsequenz der Heraufkunft eines neuen Mediums diagnostiziert hat. Wer sich ihr zu entwinden versucht und Kritik am fallout der Digitalisierung übt, wird schnell als konservativ denunziert - obwohl allein Kritik so etwas leisten könnte wie eine Überschreitung des Rahmens, der von den zunehmend monopolistischer agierenden Großkonzernen wie Google, Apple, Microsoft et al. vorgegeben wird. Deren Interessen spiegeln sich im manipulierten Bewusstsein einer zutiefst verunsicherten Öffentlichkeit, die sich mehr oder weniger bereitwillig über das Medium ausbeuten lässt. Das Einverständnis mit der immer mehr alle Kreativität erstickenden Entwicklung wird als 'alternativlos' verstanden. Die Analysen von "Ende der Hypnose" wenden sich gegen die weitverbreitete Komplizenschaft mit den technokratischen Grundzügen des Zeitalters. Sie versuchen, einen nach vorne gewandten Begriff von Kritik zu gewinnen, der die Gegenwart an ihren eigenen Ansprüchen auf Freiheit, individuelle Entfaltung und Authentizität mißt. „Die Fortschreibung der "Minima Moralia" im Zeitalter der Digitalisierung: Der streitbare Philologe Roland Reuß geht aufs Ganze, verdammt das Internet und rettet das Buch. Dass er dazu selbst eines schreibt, ist nur konsequent... Mit nicht nachlassender Insistenz umkreist Reuß die Monopolisten Google und Facebook, die für den (naiven) Nutzer schöne bunte Geräte bereitstellen und ihn dabei in einer Weise ausnehmen und versklaven, wie Adorno sich das selbst vom abhängigsten Lohnarbeiter nicht albträumen ließ: indem sie die Wahrnehmungsstrukturen deformieren und einen Begriff von "Kultur" kassieren, an den Reuß unbeirrbar glaubt - Kultur als etwas, das Freiheit und Konzentration zur Voraussetzung hat“ (FAZ) |
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| ISBN: | 386600141X 9783866001411 |