Belastungen und Bewältigungsstrategien von Frauen mit Brustkrebs in der Phase der chirurgischen Primärtherapie: die Sicht der Pflegenden

Die hier dargestellten Ergebnisse stellen einen Ausschnitt eines größeren von der Deutschen Krebshilfe e.V. finanzierten Forschungsprojektes dar, das zum Ziel hat, die Belastungen, Copingstrategien und Bedürfnisse von Frauen mit Brustkrebs während der chirurgischen Primärtherapie zu untersuchen....

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Authors: Holtgräwe, Martina (Author) , Pinkert, Christiane (Author) , Remmers, Hartmut (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2007
In: Pflege
Year: 2007, Volume: 20, Issue: 2, Pages: 72-81
ISSN:1012-5302
Online Access: Get full text
Author Notes:Martina Holtgräwe (Dipl. Psychologin), Christiane Pinkert (Pflegewissenschaftlerin, MScN), Hartmut Remmers (Prof. Dr.)
Description
Summary:Die hier dargestellten Ergebnisse stellen einen Ausschnitt eines größeren von der Deutschen Krebshilfe e.V. finanzierten Forschungsprojektes dar, das zum Ziel hat, die Belastungen, Copingstrategien und Bedürfnisse von Frauen mit Brustkrebs während der chirurgischen Primärtherapie zu untersuchen. Brustkrebs führt für die betroffenen Frauen und ihre Familien zu zahlreichen Belastungen. Dabei setzen Frauen verschiedene Strategien ein, um die Krankheit zu bewältigen. Fremd- und Selbsteinschätzungen von Belastungen und Bewältigungsstrategien führen gelegentlich zu unterschiedlichen Ergebnissen, indem Experten zum Beispiel die Angst oder Depression ihrer Patientinnen überschätzen, oder Copingstrategien aufdecken, die für die Betroffenen nicht sichtbar sind. Es wurden qualitative Interviews mit zwölf Krankenschwestern aus drei norddeutschen Krankenhäusern durchgeführt. Die inhaltsanalytische Auswertung der Interviews erfolgte in Anlehnung an Mayring. Vor allem Ungewissheit und Angst sind für die betroffenen Frauen kennzeichnend. Die wahrgenommenen Bewältigungsstrategien lassen sich fünf Kategorien zuordnen: die Krankheit verleugnen, sich verschließen, sich mitteilen, die Krankheit verstehen, die Krankheit annehmen. Vor allem Verhaltensweisen wie Rückzug und Verleugnung stellen große Herausforderungen an das Kommunikationsverhalten Pflegender dar. Die Ergebnisse der Studie geben erste Hinweise auf einen möglichen Bedarf an geeigneten Pflegeinterventionen und Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen für Pflegefachkräfte in der Betreuung von Brustkrebspatientinnen. Es ist zu erwarten, dass wissenschaftlich gestützte Pflegekonzepte und spezialisierte Pflegekräfte den besonderen Bedürfnissen der betroffenen Frauen entgegenkommen.
ISSN:1012-5302