Coping bei Frauen mit Brustkrebs im perioperativen Bereich: Selbst- und Fremdeinschätzung

Über die Krankheitsverarbeitung von Frauen mit Brustkrebs in der perioperativen Phase und die Fähigkeit der Pflegenden, diese Verarbeitung einzuschätzen, ist wenig bekannt. Mithilfe der Selbst- und Fremdratingversion der Berner Bewältigungsformen (BEFO) wurde die Krankheitsverarbeitung von 42 Br...

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Bibliographic Details
Main Authors: Holtgräwe, Martina (Author) , Pinkert, Christiane (Author) , Remmers, Hartmut (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2008
In: Pflege
Year: 2008, Volume: 21, Issue: 2, Pages: 95-103
ISSN:1012-5302
Online Access: Get full text
Author Notes:Martina Holtgräwe (Dipl. Psychologin), Christiane Pinkert (Pflegewissenschaftlerin, MScN), Hartmut Remmers (Prof. Dr.)
Description
Summary:Über die Krankheitsverarbeitung von Frauen mit Brustkrebs in der perioperativen Phase und die Fähigkeit der Pflegenden, diese Verarbeitung einzuschätzen, ist wenig bekannt. Mithilfe der Selbst- und Fremdratingversion der Berner Bewältigungsformen (BEFO) wurde die Krankheitsverarbeitung von 42 Brustkrebspatientinnen noch während des stationären Aufenthalts erhoben. Es wurden zwei Fremdratings durchgeführt, zum einen von betreuenden Pflegenden auf Grundlage ihrer täglichen Pflege und zum anderen von zwei Forscherinnen anhand eines halbstrukturierten Interviews. Die Teilnehmerinnen erhielten den Fragebogen der BEFO- Selbstratingversion. Die Pflegenden und die Projektmitarbeiterinnen schätzten ebenso wie die Patientinnen Zuwendung (H(A) 90,5–100%), Zupacken (H(A) 66,7–100%), Passive Kooperation (H(A) 59,5–100%) und Akzeptieren/Stoizismus (H(A) 64,3–97,6%) als stärkste Copingformen ein. Im Rating der Forscherinnen nehmen Dissimulieren, Isolieren/Unterdrücken und im Pflegerating Altruismus einen höheren Rang ein als im Selbstrating. Einige Bewältigungsformen zeigen eine deutliche Altersabhängigkeit. Die Diskrepanzen in den Rangfolgen der Ratingversionen von Pflegenden und Patientinnen werden anhand von empirischen Befunden zum Kommunikationsgeschehen zwischen Pflegenden und Patientinnen diskutiert.
ISSN:1012-5302