Inhouse-Koordination zur Förderung der Organspende: Erfahrungsbericht aus drei Kliniken der Maximalversorgung = Inhouse coordination to promote organ donation : a pilot project in three full-service hospitals

Hintergrund: Nach wie vor sind in Deutschland nicht ausreichend Organspender vorhanden, um allen Menschen auf der Warteliste rechtzeitig eine Organtransplantation zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wurde in 112 deutschen Krankenhäusern das Projekt Inhouse-Koordination zur Förderung der Organs...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Rey, Johannes (VerfasserIn) , Komm, Nadja (VerfasserIn) , Kaiser, Gernot Maximilian (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Englisch
Veröffentlicht: 12 September 2012
In: Deutsche medizinische Wochenschrift
Year: 2012, Jahrgang: 137, Heft: 38, Pages: 1847-1853
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0032-1305313
Online-Zugang:Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1055/s-0032-1305313
Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0032-1305313
Volltext
Verfasserangaben:J.W. Rey, N. Komm, G.M. Kaiser
Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund: Nach wie vor sind in Deutschland nicht ausreichend Organspender vorhanden, um allen Menschen auf der Warteliste rechtzeitig eine Organtransplantation zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wurde in 112 deutschen Krankenhäusern das Projekt Inhouse-Koordination zur Förderung der Organspende initiiert. Wir berichten erstmals aus drei Universitätskliniken von Ergebnissen und Erfahrungen mit diesem Projekt. Methoden: Von April 2010 bis März 2011 wurden retrospektiv die Daten aller in unseren Kliniken verstorbenen Patienten mit primärer oder sekundärer Hirnschädigung erhoben. Die Erfassung und Auswertung der Daten erfolgte anonymisiert mit Hilfe der vom Deutschen Krankenhaus Institut (DKI) zur Verfügung gestellten Software „Transplant-Check" sowie aus den kliniksinternen Datenbanken. Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum keine Steigerung der Organspendezahlen erreicht werden. Insgesamt waren 544 Patienten mit einer primären oder sekundären Hirnschädigung als Haupt- oder Nebendiagnose gestorben. Bei 40,3 % fehlte durch eindeutige medizinische Kontraindikationen die Voraussetzung zur Organspende. Insgesamt wurde bei 34,5 % eine Therapielimitierung eingeleitet. Von 544 untersuchten Patienten wurde bei 59 (10,8 %) der Hirntod festgestellt. Eine Organentnahme fand in 5,5 % der Fälle statt. Schlussfolgerung: In unserer Potenzialanalyse verbleiben nicht zu klärende Lücken. Vor allem bleibt unklar, für wie viele Verstorbene mit infauster Hirnschädigung ein Abschluss der Hirntoddiagnostik möglich wäre. Auch wenn die bisherigen Anstrengungen nicht zu einer Verbesserung der Ergebnisqualität und zuverlässigen Aussagen über das Potenzial geführt haben, so konnte in allen Kliniken eine Verbesserung der Strukturqualität erreicht werden. Die Sicherstellung der Identifikation von möglichen Organspendern sollte zukünftig hohe Priorität der gemeinschaftlichen Anstrengungen von Krankenhäusern, Koordinierungsstelle und Transplantationszentren haben.
Beschreibung:Gesehen am 28.05.2018
Publikationsdatum: 12. September 2012 (online)
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0032-1305313