Behandlungsfehlervorwürfe gegen Pädiater: eine Analyse von Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung der Jahre 2000 bis 2014 = Malpractice claims against pediatricians : analysis of expert testimonies from the medical service of health insurance companies between 2000 and 2014
Hintergrund: In Deutschland gibt es bislang nur wenige Informationen zu spezifisch gegen Pädiater gerichtete Vorwürfe medizinischer Behandlungsfehler (BHF). Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) begutachtet im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen regelmäßig BHF-Vorwürfe bei pä...
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| Main Authors: | , , |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | German |
| Published: |
19. October 2017
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| In: |
Klinische Pädiatrie
Year: 2017, Volume: 229, Issue: 06, Pages: 342-349 |
| ISSN: | 1439-3824 |
| DOI: | 10.1055/s-0043-119035 |
| Online Access: | Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1055/s-0043-119035 Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de.ezproxy.medma.uni-heidelberg.de/DOI/DOI?10.1055/s-0043-119035 |
| Author Notes: | Heiko Steinhauer, Joachim Holzschuh, Thomas Böhler |
| Summary: | Hintergrund: In Deutschland gibt es bislang nur wenige Informationen zu spezifisch gegen Pädiater gerichtete Vorwürfe medizinischer Behandlungsfehler (BHF). Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) begutachtet im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen regelmäßig BHF-Vorwürfe bei pädiatrischer Behandlung. Methoden: Analyse von 374 Gutachten, die zwischen dem 01.09.2000 und 31.08.2014 durch einen pädiatrischen Gutachter des MDK Baden-Württemberg erstellt wurden. Ergebnisse: 193 BHF-Vorwürfe gegen Pädiater wurden getrennt nach Versorgungssektoren ausgewertet (ambulant 35%, Normalstation 28%, Intensivstation 37%). Bei ambulanter Behandlung wurden häufiger Diagnosefehler vorgeworfen; die häufigsten begründenden Diagnosen waren Hüftdysplasie (n=6), Meningitis (n=5) und Pneumonie (n=4). Bei stationärer Behandlung wurden häufiger Therapiefehler vorgeworfen; häufigste begründende Diagnosen waren: Paravasate (n=7) sowie periventrikuläre Leukomalazie (n=7), Sepsis (n=6) und Hirnblutung (n=4) bei Neugeborenen auf Intensivstationen. 43% der ambulanten, 22% der normalstationären und 38% der intensivstationären BHF-Vorwürfe wurden gutachterlich bestätigt. Diskussion und Schlussfolgerung: Die Häufigkeiten von BHF-Vorwürfen scheinen in erster Linie von der Häufigkeit der Inanspruchnahme kinder- und jugendmedizinischer Leistungen abzuhängen. International bekannte diagnosespezifische Fallkonstellationen geben auch in Deutschland gehäuft Anlass zu einem BHF-Vorwurf. Die Analyse der Fälle nach Versorgungssektoren lässt nachvollziehbare Rückschlüsse für ein Risikomanagement zu. |
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| Item Description: | Publikationsdatum: 19. Oktober 2017 (online) Gesehen am 08.08.2018 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 1439-3824 |
| DOI: | 10.1055/s-0043-119035 |