Das exzessive Schreien bei 5 Monate alten Säuglingen und prä-, peri- und postnatale Belastungen ihrer Mütter in einer Hoch-Risiko-Stichprobe

Fragestellung: Zusammenhänge zwischen persistierendem, exzessivem Schreien des Säuglings im fünften Lebensmonat und den prä- und perinatalen Belastungen sowie der postnatalen Befindlichkeit ihrer Mütter zu untersuchen. Methodik: Alle Daten wurden erhoben, als die Kinder im Durchschnitt 18.5 Woc...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Sidor, Anna (VerfasserIn) , Thiel-Bonney, Consolata (VerfasserIn) , Eickhorst, Andreas (VerfasserIn) , Cierpka, Manfred (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Juni 15, 2012
In: Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Year: 2012, Jahrgang: 40, Heft: 4, Pages: 239-250
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000177
Online-Zugang:Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1024/1422-4917/a000177
Verlag, Volltext: https://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1024/1422-4917/a000177
Volltext
Verfasserangaben:Anna Sidor, Consolata Thiel-Bonney, Elisabeth Kunz, Andreas Eickhorst und Manfred Cierpka
Beschreibung
Zusammenfassung:Fragestellung: Zusammenhänge zwischen persistierendem, exzessivem Schreien des Säuglings im fünften Lebensmonat und den prä- und perinatalen Belastungen sowie der postnatalen Befindlichkeit ihrer Mütter zu untersuchen. Methodik: Alle Daten wurden erhoben, als die Kinder im Durchschnitt 18.5 Wochen alt waren. Die Stichprobe von 300 Mutter-Kind-Dyaden war durch psychosoziale Risiken wie Armut, Mangel an sozialer Unterstützung, Minderjährigkeit der Mütter, Substanzmissbrauch oder psychische Störungen der Mutter belastet. Das exzessive Schreien wurde nach der Wessel-Regel erfasst, für die Erhebung von prä-, peri- und postnatalen Belastungen wurden Fragebögen vorgelegt. Ergebnisse: Multivariate Analysen zeigten ein erhöhtes Risiko für soziale Belastung in der Schwangerschaft (OR = 17.66) und für eine unerwünschte Schwangerschaft (OR = 13.77). Postnatal war das persistierende exzessive Schreien mit höheren Ausprägungen einer postpartalen depressiven Symptomatik der Mutter, mütterlicher Stressbelastung, Dysfunktionalität der Mutter-Kind-Interaktion, dem Wahrnehmen des Säuglings als «schwierig» sowie mit Schwierigkeiten bei der emotionalen Beziehungsaufnahme assoziiert. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstreichen den Einfluss erhöhter pränataler Stressbelastung der Mütter und einer unerwünschten Schwangerschaft auf das persistierende exzessive Schreien der Säuglinge. Ein herabgesetztes Wohlbefinden der Mütter sowie ihre Schwierigkeiten bei der emotionalen Beziehungsaufnahme implizieren einen erhöhten Bedarf an Unterstützungsangeboten. Das Zusammenwirken von pränatalen und Beziehungsvariablen spielt eine Rolle für das Auftreten und die Aufrechterhaltung von frühen Regulationsproblemen.
Beschreibung:Gesehen am 13.08.2018
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000177