Standardisierte Gerinnungsanamnese vor Tonsillektomie und Adenotomie im Kindesalter
Einleitung Im Jahr 2006 wurde eine interdisziplinäre Stellungnahme zur präoperativen Gerinnungsdiagnostik bei Kindern vor einer Tonsillektomie/Adenotomie (TE/AT) veröffentlicht. Diese empfiehlt, auf die präoperative „Routinegerinnung“ zu verzichten und stattdessen einen standardisierten Fragebog...
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| Main Authors: | , , , |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | German |
| Published: |
Mai 2017
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| In: |
Laryngo-Rhino-Otologie
Year: 2017, Volume: 96, Issue: 5, Pages: 299-305 |
| ISSN: | 1438-8685 |
| DOI: | 10.1055/s-0042-117643 |
| Online Access: | Verlag, Volltext: http://dx.doi.org/10.1055/s-0042-117643 Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0042-117643 |
| Author Notes: | Angela Wenzel, Maren Königstein, Karl Hörmann, Claudia Umbreit, Dorotheea Cazan, Ute Walliczek-Dworschak, Boris A. Stuck |
| Summary: | Einleitung Im Jahr 2006 wurde eine interdisziplinäre Stellungnahme zur präoperativen Gerinnungsdiagnostik bei Kindern vor einer Tonsillektomie/Adenotomie (TE/AT) veröffentlicht. Diese empfiehlt, auf die präoperative „Routinegerinnung“ zu verzichten und stattdessen einen standardisierten Fragebogen zur Abklärung einer Blutungsneigung zu verwenden. Ziel der vorliegenden Studie war es zu überprüfen, ob es nach der Umsetzung der Empfehlung zu einer Veränderung der Nachblutungsrate gekommen ist. - - Methoden Mittels einer retrospektiven Datenanalyse der Jahre 2003 und 2009 wurde die Inzidenz von Nachblutungen bei Kindern nach TE, AT und kombinierter ATE untersucht. Während 2003 nur eine freie Anamnese durchgeführt wurde und in Teilen eine Routinegerinnung vorlag, wurden 2009 alle Kinder durch den standardisierten Fragebogen gescreent und im Verdachtsfall eine umfassende Gerinnungsdiagnostik vorgenommen. - - Ergebnisse 2003 wurden 352 Kinder operiert, in 25 Fällen (7,1%) kam es zu Nachblutungen, wovon 18 (6,1%) revidiert werden mussten. 2009 wurden 293 Kinder operiert, 20 (6,8%) Kinder erlitten eine Nachblutung, 14 (4,7%) wurden operativ revidiert. Ein statistisch signifikanter Unterschied in der Nachblutungsrate zwischen beiden Kollektiven zeigte sich nicht. Bei 5 der Kinder, die 2003 nachgeblutet hatten, lag präoperativ ein Gerinnungslabor vor, das in allen Fällen unauffällig war. Auch alle postoperativ durchgeführten Gerinnungsuntersuchungen, die im Anschluss an die Nachblutungen in beiden Gruppen durchgeführt wurden, waren unauffällig. - - Schlussfolgerung Die Anwendung des standardisierten Fragebogens unter Verzicht auf eine Routinegerinnung führt nicht zu einer nachweisbaren Veränderung der Nachblutungsrate nach TE/AT. Die Ergebnisse bestätigen darüber hinaus, dass Nachblutungen nach TE/AT in aller Regel nicht Ausdruck einer kompromittierten Blutgerinnung sind. |
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| Item Description: | Gesehen am 27.11.2018 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 1438-8685 |
| DOI: | 10.1055/s-0042-117643 |