Versorgungsorganisation - Die neue S3-Leitlinie Alkohol und ihre Bedeutung für die Versorgungspraxis = Health care organization – the new german S3-guideline on alcohol-related disorders and its relevance for health care

Hintergrund: Alkoholabhängigkeit gehört in Deutschland zu den schwerwiegendsten Suchterkrankungen. Die neue S3-Leitlinie "Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen“ wurde im Jahre 2015 vorgestellt und fasst den aktuellen Kenntnisstand zur Diagnose und Behandlung von schä...

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Main Authors: Günthner, Arthur (Author) , Mann, Karl (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 02.01.2018
In: Die Rehabilitation
Year: 2018, Volume: 57, Issue: 5, Pages: 314-320
ISSN:1439-1309
DOI:10.1055/s-0043-118955
Online Access:Verlag, Volltext: https://doi.org/10.1055/s-0043-118955
Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0043-118955
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Author Notes:Arthur Günthner, Volker Weissinger, Heribert Fleischmann, Clemens Veltrup, Bettina Jäpel, Gerhard Längle, Klaus Amann, Eva Hoch, Karl Mann
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Summary:Hintergrund: Alkoholabhängigkeit gehört in Deutschland zu den schwerwiegendsten Suchterkrankungen. Die neue S3-Leitlinie "Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen“ wurde im Jahre 2015 vorgestellt und fasst den aktuellen Kenntnisstand zur Diagnose und Behandlung von schädlichem und abhängigem Alkoholkonsum zusammen. Methoden: Die Entwicklung der Leitlinie basiert auf einem vierjährigen Entwicklungsprozess im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF). Die Federführung lag bei der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). In die Entwicklung waren insgesamt mehr als 50 Fachgesellschaften, Berufsverbände und Gesundheitsorganisationen sowie über 60 ausgewiesene Suchtexperten involviert, unter Beteiligung von Selbsthilfe- und Angehörigenverbänden. Die Arbeitsgruppe „Versorgungsorganisation“, deren Ergebnisse hier dargestellt werden, war eine von dreizehn Autorengruppen und widmete sich der Aufgabe, wie die Leitlinie unter den Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitssystems mit seinen Versorgungssektoren und Schnittstellen umgesetzt werden kann. Ergebnisse: Für das Kapitel „Versorgungsorganisation“ wurden 27 Empfehlungen konsentiert, von denen viele speziell für dieses Kapitel von den entsprechenden Arbeitsgruppen erarbeitet wurden. Die Empfehlungen beziehen sich auf Screening und Diagnostik sowie Kurzinterventionen, Entgiftung und Entzug sowie Pharmakotherapie, körperliche Komplikationen und psychische Komorbidität, Entwöhnung und andere Formen der Postakutbehandlung, die hausärztliche Versorgung, sowie besondere Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche, Frauen/Schwangere sowie Ältere. Zusätzlich wurde der Bereich „Selbsthilfe“ aufgenommen. Schlussfolgerung: Für die bedarfsgerechte Diagnostik und Behandlung alkoholbezogener Störungen bieten leitliniengestützte Empfehlungen zur Versorgungsorganisation einen Orientierungsrahmen für die Zusammenarbeit und Koordinierung aller Sektoren und Berufsgruppen, besonders an den Schnittstellen der Versorgung. Dies schließt die Zusammenarbeit zwischen dem medizinischen und psychosozialen Hilfesystem mit ein und reicht von der Schadensbegrenzung bis hin zur sozialen Inklusion der Betroffenen. Insbesondere die Rehabilitation mit ihren Teilhabezielen ist auf diese Zusammenarbeit angewiesen.
Item Description:Gesehen am 15.05.2019
Physical Description:Online Resource
ISSN:1439-1309
DOI:10.1055/s-0043-118955