„Residuales Risiko“: Wie wichtig sind High-Density-Lipoproteine und Triglyzeride? = Residual risk : the roles of triglycerides and high density lipoproteins

In klinischen Studien bewirkt die Senkung des LDL-Cholesterins (LDL-C) mit Statinen eine Verminderung der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse um etwa ein Drittel. Das bedeutet aber umgekehrt, dass ein sogenanntes „residuales Risiko“ bestehen bleibt. Neben hohem Lipoprotein(a) gelten Störungen im...

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Main Authors: Grammer, Tanja B. (Author) , Kleber, Marcus E. (Author) , März, Winfried (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2016
In: Deutsche medizinische Wochenschrift
Year: 2016, Volume: 141, Issue: 12, Pages: 870-877
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0042-104049
Online Access:Verlag, Volltext: https://doi.org/10.1055/s-0042-104049
Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0042-104049
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Author Notes:Tanja Grammer, Marcus Kleber, Günther Silbernagel, Hubert Scharnagl, Winfried März
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Summary:In klinischen Studien bewirkt die Senkung des LDL-Cholesterins (LDL-C) mit Statinen eine Verminderung der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse um etwa ein Drittel. Das bedeutet aber umgekehrt, dass ein sogenanntes „residuales Risiko“ bestehen bleibt. Neben hohem Lipoprotein(a) gelten Störungen im Stoffwechsel der triglyzeridreichen Lipoproteine und der High Density Liproteine als Effektoren des residualen Risikos. Beide Lipoproteinparameter korrelieren umgekehrt miteinander. Die ätiologischen Beiträge von Triglyzeriden und / oder HDL zur Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich daher weder aus Beobachtungsstudien noch aus Interventionsstudien abschätzen. Die bislang enttäuschenden Ergebnisse von Interventionsstudien mit Hemmstoffen des Cholesterinester-Transferproteins und insbesondere die Gesamtheit aller genetisch-epidemiologischen Untersuchungen sprechen dafür, dass in den letzten 10 Jahren die Bedeutung des HDL-Cholesterins überbewertet, die Bedeutung der Triglyzeride dagegen unterschätzt wurde. Hohe Triglyzeride wirken nicht immer atherogen, sondern vor allem dann, wenn sie mit der Akkumulation relativ cholesterinreicher, inkomplett katabolisierter remnants der Chylomikronen und Very Low Density Lipoproteine einher gehen (familiäre Typ III Hyperlipoproteinämie, metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus). Die Normalisierung der Konzentration von Triglyzeriden und remnants durch Hemmung der Ausprägung von Apolipoprotein C3 ist ein neuer, aussichtsreicher therapeutischer Ansatzpunkt.
Item Description:Gesehen am 17.06.2019
Physical Description:Online Resource
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/s-0042-104049