Antibiotikatherapie von Infektionen bei Verbrennungspatienten: eine systematische Übersichtsarbeit

<p> <b>Hintergrund</b> Durch den Verlust der natürlichen Hautbarrierefunktion und folglich reduzierter Immunkompetenz infolge eines Plasmaverlustes sowie zahlreichen intensivmedizinischen Interventionen sind Verbrennungspatienten besonders gefährdet für Infektionen.</p> &l...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Authors: Houschyar, Khosrow Siamak (Author) , Tapking, Christian (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 14. Februar 2019
In: Handchirurgie, Mikrochirurgie, plastische Chirurgie
Year: 2019, Volume: 51, Issue: 02, Pages: 111-118
ISSN:1439-3980
DOI:10.1055/a-0802-8882
Online Access:Verlag, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-0802-8882
Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-0802-8882
Get full text
Author Notes:K.S. Houschyar, C. Tapking, D. Duscher, C. Wallner, A. Sogorski, S. Rein, D. Pförringer, G. Reumuth, K. Weissenberg, G. Grieb, L.K. Branski, F. Siemers, B. Behr, M. Lehnhardt
Description
Summary:<p> <b>Hintergrund</b> Durch den Verlust der natürlichen Hautbarrierefunktion und folglich reduzierter Immunkompetenz infolge eines Plasmaverlustes sowie zahlreichen intensivmedizinischen Interventionen sind Verbrennungspatienten besonders gefährdet für Infektionen.</p> <p> <b>Studiendesign</b> Systematische Übersichtsarbeit</p> <p> <b>Methoden</b> In einer systematischen Übersicht der deutsch- und englischsprachigen Literatur zwischen 1990 und 2018 werden epidemiologische und diagnostische Aspekte sowie der therapeutische Einsatz von Antibiotika bei Infektionen von Verbrennungspatienten in klinischen Studien analysiert.</p> <p> <b>Ergebnisse</b> Insgesamt erfüllten 53 randomisiert kontrollierte klinische Studien die Auswahlkriterien. Untersucht wurden verschiedene Arten/Applikationsformen der antibiotischen Prophylaxe bei Verbrennungswunden: Topisch, systemisch (generell), systemisch (perioperativ), nicht absorbierbare Antibiotika (= selektive Darmdekontamination), lokal (inhaliert) und jegliche Applikationsformen versus Kontrolle. Die frühe „Postburn-Prophylaxe“ wurde bei Patienten mit geringgradiger Verbrennung (sechs Studien) und Patienten mit schwerer Verbrennung (sieben Studien) untersucht. Die antimikrobielle Prophylaxe zeigte keine präventive Wirksamkeit des toxischen Schocksyndroms bei geringgradigen Verbrennungen, ist aber bei Patienten mit schweren Verbrennungen und der Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung nützlich. Die perioperative Prophylaxe (= Metaphylaxe) wurde in zehn Studien untersucht.</p> <p> <b>Schlussfolgerung</b> Der Nutzen für eine längerfristige systemische antibiotische Prophylaxe bei der Mehrheit von Verbrennungspatienten ist nicht evident. Leichte Infektionen in stabilem klinischen Zustand sind engmaschig zu beobachten, während bei schwerer Infektion die internationalen Sepsis-Leitlinien und das Tarragona-Prinzip empfohlen werden.</p>
Item Description:Gesehen am 23.07.2019
Physical Description:Online Resource
ISSN:1439-3980
DOI:10.1055/a-0802-8882