Bildgebung und Labordiagnostik bei Tuberkulose = Imaging and laboratory diagnostics for tuberculosis

Die Diagnose einer Tuberkulose (TB) gestaltet sich aufgrund meist uncharakteristischer bzw. fehlender Symptome häufig schwierig. Eine aktive, frühe und vollständige TB-Diagnose ist jedoch von entscheidender Bedeutung, um TB-Fälle langfristig zu reduzieren und deren Ausbreitung zu verhindern. Fü...

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Main Authors: Bauer-Kemény, Claudia (Author) , Schmähl, Astrid (Author) , Kreuter, Michael (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 17. Mai 2016
In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde
Year: 2016, Volume: 233, Issue: 05, Pages: 587-593
ISSN:1439-3999
DOI:10.1055/s-0042-104062
Online Access:Verlag, Volltext: https://doi.org/10.1055/s-0042-104062
Verlag, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0042-104062
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Author Notes:C.M. Bauer, A. Schmähl, M. Kreuter
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Summary:Die Diagnose einer Tuberkulose (TB) gestaltet sich aufgrund meist uncharakteristischer bzw. fehlender Symptome häufig schwierig. Eine aktive, frühe und vollständige TB-Diagnose ist jedoch von entscheidender Bedeutung, um TB-Fälle langfristig zu reduzieren und deren Ausbreitung zu verhindern. Für die sichere Diagnose sind mehrere diagnostische Verfahren erforderlich. Grundpfeiler der bildgebenden TB-Diagnostik ist die Thoraxübersichtsaufnahme. Computertomografie (CT) wird dort eingesetzt, wo trotz unauffälligem Röntgenbild der Verdacht auf eine aktive TB besteht oder um eine TB gegenüber anderen Erkrankungen zu differenzieren. Das radiologische Erscheinungsbild wird überwiegend durch den Immunstatus des Patienten bestimmt, häufig zeigen sich Kavernen und Streuherde. Bezüglich labordiagnostischer Verfahren gelten als Goldstandard zum Nachweis einer aktiven TB der mikroskopische Nachweis säurefester Stäbchen in verschiedenen Körperflüssigkeiten, vor allem im Sputum, sowie die Isolierung und Charakterisierung der Mykobakterien in der Kultur, welche die Typisierung der Erreger anhand ihrer Kolonieform, ihres Wachstumsverhaltens und ihrer biochemischen Eigenschaften ermöglicht. Bei Vorliegen eines begründeten Verdachts auf TB, aber mikroskopisch negativem Sputum, kann auch die Nukleinsäureamplifikationstechnik (mit Polymerase-Ketten-Reaktion, PCR) hilfreich sein. Außerdem werden standardmäßig Empfindlichkeitsprüfungen auf First- und Second-Line-Antituberkulotika durchgeführt. Zum labordiagnostischen Nachweis zellulärer Immunität gegen pathogene Mykobakterien stehen der Tuberkulinhauttest (THT) mittels der Mendel-Mantoux-Methode sowie der spezifischere Interferon-γ-Test (IGRA, Bestimmung der Freisetzung von Gamma-Interferon durch in vitro stimulierte T-Lymphozyten) zur Verfügung. Dabei zeigen die neuen ELISA- und ELISPOT-Verfahren eine höhere Testspezifität, eine geringere Kreuzreaktivität mit NTM (NTM: nichttuberkulöse Mykobakterien), sind unabhängig vom BCG-Impfstatus und korrelieren besser mit dem Expositionsgrad bei Umgebungsuntersuchungen als der THT.
Item Description:Gesehen am 31.10.2019
Physical Description:Online Resource
ISSN:1439-3999
DOI:10.1055/s-0042-104062