Management von Blutungen und Infektionen im Rahmen viszeralchirurgischer Operationen

Blutungen und Gefäßinfektionen sind potenzielle Komplikationen im Rahmen viszeralchirurgischer Operationen. Das Management hängt von der Ausdehnung und Lokalisation der Blutung ab und kann von der Applikation von Hämostyptika bis hin zur Gefäßnaht, Interposition oder Ligatur reichen. Bei zweizei...

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Main Authors: Böckler, Dittmar (Author) , Hyhlik-Dürr, Alexander (Author) , Hakimi, Maani (Author) , Brenner, Thorsten (Author) , Ulrich, Alexis (Author) , Hofer, Stefan (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 22 January 2016
In: Der Chirurg
Year: 2016, Volume: 87, Issue: 2, Pages: 119-127
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s00104-015-0142-5
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00104-015-0142-5
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Author Notes:D. Böckler, A. Hyhlik-Dürr, M. Hakimi, T. Brenner, A. Ulrich, S. Hofer
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Summary:Blutungen und Gefäßinfektionen sind potenzielle Komplikationen im Rahmen viszeralchirurgischer Operationen. Das Management hängt von der Ausdehnung und Lokalisation der Blutung ab und kann von der Applikation von Hämostyptika bis hin zur Gefäßnaht, Interposition oder Ligatur reichen. Bei zweizeitigen Blutungen verdrängen endovaskuläre Stentgraft-Implantationen die klassischen konventionellen chirurgischen Verfahren zunehmend. Infektionen von Gefäßen und alloplastischen Implantaten werden immer seltener. Die Diagnostik ist meist verschleppt und das Management komplex und langwierig. Die radikale Exzision, autologe Rekonstruktion und Langzeitantibiose sind die Säulen der Therapie von Gefäßinfektionen. Patientenüberleben und Infektrezidivfreiheit sind die primären Therapieziele. Die Begleitmorbidität ist jedoch hoch. Aortoenterale Fisteln (AEF) sind mit einer Inzidenz von < 1,5 % selten. Meistens treten sie als sekundäre Fisteln nach vorausgegangener offener oder endovaskulärer Aortenchirurgie auf. AEF besitzen eine hohe Morbidität und Mortalität von 40-100 %. Der direkte Fistelnachweis ist trotz moderner Bildgebung nach wie vor schwierig. Als Diagnoseverfahren besitzen die Computertomographie mit Kontrastmittelverstärkung (CTA) und die Fluorodeoxyglucose-Positronenemissions-Computertomographie (FDG-PET-CT) bei Low-grade-Infekten die höchste Sensitivität (> 90 %) und Spezifität (> 80 %). Die Therapie besteht aus dem ein- bzw. zweizeitigen Verfahren mit Dünndarmteilresektion und anatomischer, ggf. extraanatomischer Aortenrekonstruktion. Die endovaskuläre Aortenrekonstruktion (EVAR) ist nur bei primären aortoenteralen Fisteln sowie bei Patienten mit sekundärer Fistel ohne Zeichen einer Infektion bzw. als Bridging-Verfahren im Notfall sinnvoll.
Item Description:Gesehen am 13.05.2020
Physical Description:Online Resource
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s00104-015-0142-5