Führt die Vakuumsaugtherapie tatsächlich zu einer Kosteneffektivität in der Allgemeinchirurgie im G-DRG-System?

<p> <b>Einleitung:</b> Die Vakuumsaugtherapie (VT) hat sich im klinischen Alltag weitgehend gegen andere konservative Wundtherapiemodalitäten durchgesetzt, obwohl es keine Daten mit hohem Evidenzgrad für die therapeutische Überlegenheit und Kosteneffektivität im G-DRG-System gi...

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Main Authors: Hirche, Zarah (Author) , Xiong, Lingyun (Author) , Hirche, Christoph (Author) , Willis, S. (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2016
In: Zentralblatt für Chirurgie
Year: 2015, Volume: 141, Issue: 02, Pages: 197-203
ISSN:1438-9592
DOI:10.1055/s-0035-1545866
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/s-0035-1545866
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0035-1545866
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Author Notes:Z. Hirche, L. Xiong, C. Hirche, S. Willis
Description
Summary:<p> <b>Einleitung:</b> Die Vakuumsaugtherapie (VT) hat sich im klinischen Alltag weitgehend gegen andere konservative Wundtherapiemodalitäten durchgesetzt, obwohl es keine Daten mit hohem Evidenzgrad für die therapeutische Überlegenheit und Kosteneffektivität im G-DRG-System gibt. Ziel dieser Studie war eine Analyse der Kosteneffektivität der VT unter Berücksichtigung des G-DRG-Systems und der möglichen Abbildung über die operationsspezifischen Prozeduren (OPS), um Daten über die tatsächlichen Kosten und Erlöse der VT im Rahmen der stationären Therapie zu gewinnen. <b>Patienten/Material und Methoden:</b> In die retrospektive Analyse wurden 176 Patienten eingeschlossen, die von 2007 bis 2011 eine VT erhielten. In die Analyse der Kosteneffektivität konnten 149 Patienten eingeschlossen werden. Um den Einfluss auf die Kosteneffektivität zu ermitteln, wurde für jeden Kasus die Gesamtbasiserlösrate bestimmt. Dann wurde in einem Testsystem eine virtuelle identische Vergleichsgruppe generiert, indem für jeden Patienten die VT-Prozedur storniert und durch die Prozedur „Chirurgische Wundtoilette unter operativen Bedingungen“ ersetzt wurde. Anschließend wurden die Kosten für Verbandsmaterialien und Pumpenmiete (V/M) für die VT verrechnet. Dieser fiktive Kasus wurde neu gruppiert und die Gesamtbasiserlösrate neu berechnet. Aus der Differenz wurde der effektive Erlös für die VT individuell pro Kasus berechnet. <b>Ergebnisse:</b> Bei der Analyse der Kosteneffektivität wirkte sich bei 108 Fällen die VT nicht auf die Gesamt-DRG-Erlösrate aus (72,5 %). Unter Beibehaltung der jeweiligen Baserate betrug hier der Gesamt-DRG-Erlös unabhängig von der VT 2 323 570,04 €. Die Kosten für V/M betrugen 102 669,20 €. Bei 41 Fällen erbrachte die VT einen Einfluss auf die Kosteneffektivität (27,5 %); der DRG-Erlös mit VT betrug 607 422,03 € im Gegensatz zu 442 015,10 € ohne VT. Die Kosten für V/M betrugen für diese 41 Fälle 47 376,68 €. Bezogen auf die Gesamtgruppe von 149 Patienten ergab sich ein Kostenvorteil durch die VT von 6759,09 € in 5 Jahren. <b>Schlussfolgerung:</b> Unter Berücksichtigung erhöhter Kosten durch V/M ist die VT auf Grundlage der hier dargestellten Daten kostendeckend bei medizinischer Indikation einzusetzen. Trotz der Abbildung im G-DRG-System verbleibt in einem allgemeinchirurgischen Patientengut nur ein sehr geringfügiger, zusätzlicher Erlös. Der Behandlungsvorteil der VT (Wirkungsweise, Patientenkomfort, Behandlercompliance) ist von dieser isolierten Betrachtung unberücksichtigt. Weiterführende Untersuchungen sind notwendig, um die Rolle der VT unter ökonomischen Aspekten langfristig zu analysieren.</p>
Item Description:Online-publiziert 02.07.2015
Gesehen am 14.05.2020
Physical Description:Online Resource
ISSN:1438-9592
DOI:10.1055/s-0035-1545866