Postoperative Torsionsdifferenz nach unaufgebohrter antegrader Marknagelosteosynthese des Femurs: eine retrospektive 5-Jahres-Analyse = Postoperative malrotation after closed reduction and intramedullary nailing of the femur : a retrospective 5-year analysis

Hintergrund: Die geschlossene Reposition und Osteosynthese des Femurs mit einem unaufgebohrten Marknagel gilt als Standardverfahren bei der Behandlung von diaphysären Femurfrakturen (DFF). Eine in der Computertomografie (CT) gemessene postoperative Torsionsdifferenz (TD) des Femurs zur gesunden Geg...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Vetter, Sven Y. (VerfasserIn) , Keil, Christina (VerfasserIn) , Recum, Jan von (VerfasserIn) , Wendl, Klaus (VerfasserIn) , Grützner, Paul Alfred (VerfasserIn) , Franke, Jochen (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 14 October 2014
In: Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie
Year: 2014, Jahrgang: 152, Heft: 5, Pages: 498-503
ISSN:1864-6743
DOI:10.1055/s-0034-1383011
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/s-0034-1383011
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0034-1383011
Volltext
Verfasserangaben:S.Y. Vetter, C. Keil, J. von Recum, K. Wendl, P.A. Grützner, J. Franke
Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund: Die geschlossene Reposition und Osteosynthese des Femurs mit einem unaufgebohrten Marknagel gilt als Standardverfahren bei der Behandlung von diaphysären Femurfrakturen (DFF). Eine in der Computertomografie (CT) gemessene postoperative Torsionsdifferenz (TD) des Femurs zur gesunden Gegenseite wird als eine Komplikation der operativen Therapie angesehen und ist in der Literatur mit 17-35 % angegeben. Die Messung mittels CT stellt eine objektivierbare, valide und reproduzierbare Methode zur postoperativen Bestimmung der Torsion des Femurs dar. Eine vermehrte TD von > 15° kann zu einer Reduktion des Aktivitätsausmaßes im postoperativen Verlauf und zu Beschwerden führen. Aus diesem Grund ist eine anatomische Rekonstruktion der Beinachse nach einer DFF von großer Wichtigkeit. Material/Patienten und Methoden: Im Zeitraum vom 01. 07. 2007 bis 31. 12. 2011 wurden die Fälle von unilateralen DFF in die Studie eingeschlossen. Die Frakturen wurden geschlossen reponiert und mittels antegrader Marknagelosteosynthese operativ versorgt. Als Ausschlusskriterien wurden eine beidseitige Betroffenheit, eine Schwangerschaft, offene Epiphysenfugen oder Voroperationen am Femur angesehen. Zur Bestimmung der Torsion der Femora wurde bei sämtlichen Patienten postoperativ eine CT durchgeführt. Bei einer TD > 15° wurde die Indikation zu einer operativen Derotation des Femurs zum Ausgleich der TD gestellt. Die Messergebnisse der CT-Diagnostik wurden retrospektiv, nicht randomisiert ausgewertet. Ergebnisse: Insgesamt wurde das Bildmaterial von 94 Patienten mit unilateralen DFF ausgewertet. 21 Patienten waren weiblich und 73 männlich mit einem Durchschnittsalter von 33,15 ± 14,04 Jahren (Range 14-94). In der postoperativen CT-Diagnostik wurde eine TD im Mittel von 11,58 ± 9,41° (Range 0-38°) zur gesunden Gegenseite festgestellt. In 15 Fällen (15,95 %), 10 männlich (13,7 %) und 5 weiblich (23,81 %), zeigte sich eine TD von > 15° (Mittelwert: 23,66 ± 5,74°). In diesen Fällen wurde zum Ausgleich der TD eine Revisionsoperation durchgeführt, mit der eine Reduktion der TD erzielt werden konnte. Im Mittel betrug die Korrektur 17,53 ± 6,83°. Nach der Revisionsoperation verblieb im Durchschnitt eine TD von 6,07 ± 5,61° zur gesunden Gegenseite. <b>Schlussfolgerung:</b> Nach einer geschlossenen Reposition und Osteosynthese einer DFF mit unaufgebohrtem antegradem Marknagel kann eine postoperative TD trotz intraoperativer klinischer Torsionskontrolle auftreten. Eine routinemäßig angewendete postoperative Torsionskontrolle mittels CT kann auch eine klinisch okkulte TD darstellen. Die Auswertung der postoperativen Torsionsmessungen führte eine korrekturbedürftige TD in nahezu 15 % aller Fälle auf - trotz intraoperativer klinischer Kontrolle. Unseres Erachtens ersetzt somit die klinische Untersuchung der Torsion allein eine postoperative CT-Kontrolle nicht. Wir empfehlen daher nach einer geschlossenen Reposition und antegrader Marknagelosteosynthese einer Femurschaftfraktur eine CT-Kontrolle postoperativ zum Ausschluss einer TD.
Beschreibung:Gesehen am 17.07.2020
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1864-6743
DOI:10.1055/s-0034-1383011