Instrumentalisiert, verdrängt, ignoriert: der Holodomor im Bewusstsein der Deutschen

Deutschland war über den Hunger in der Ukraine 1932/33 gut informiert. Diplomaten berichteten, kirchliche Kreise starteten eine Hungerhilfe. Deutsche Ingenieure und Arbeiter auf Montage vor Ort waren Augenzeugen. Unter deutscher Besatzung entstand nach 1941 die erste wissenschaftliche Untersuchung...

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Bibliographic Details
Main Authors: Hausmann, Guido (Author) , Penter, Tanja (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: Mai 2020
In: Osteuropa
Year: 2020, Volume: 70, Issue: 3/4, Pages: 193-214
ISSN:2509-3444
DOI:10.35998/oe-2020-0025
Subjects:
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.35998/oe-2020-0025
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://elibrary.bwv-verlag.de/article/10.35998/oe-2020-0025
Verlag, Volltext, lizenzpflichtig, Volltext: https://www.jstor.org/stable/26989681
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Author Notes:Guido Hausmann, Tanja Penter
Description
Summary:Deutschland war über den Hunger in der Ukraine 1932/33 gut informiert. Diplomaten berichteten, kirchliche Kreise starteten eine Hungerhilfe. Deutsche Ingenieure und Arbeiter auf Montage vor Ort waren Augenzeugen. Unter deutscher Besatzung entstand nach 1941 die erste wissenschaftliche Untersuchung der Hungerkatastrophe. Die Erkenntnisse wurden propagandistisch ausgeschlachtet. In der Nachkriegszeit erschwerten die nationalsozialistische Instrumentalisierung des Holodomor sowie die eigenen Täterschaft im Vernichtungskrieg und im Holocaust die Befassung mit dem Thema. Die Russlandzentriertheit der deutschen historischen Osteuropaforschung trug dazu bei, dass der Holodomor in der Ukraine verdrängt, vergessen und ignoriert wurde. Heute zielt die Forderung, den Holodomor als Genozid anzuerkennen, auch darauf, ihn in die europäische und globale Erinnerungskultur zu integrieren.
Item Description:Gesehen am 26.08.2020
Enthält Literaturangaben
Physical Description:Online Resource
ISSN:2509-3444
DOI:10.35998/oe-2020-0025