Iserlohn, Volksempfänger, Hochwassergerät & Hornissenmenschen: 1992-2001
"Karl Burkhard zeichnete in den ersten sechzig Jahren seines Lebens nur im Verborgenen. 1927 in Iserlohn geboren, von Geburt an körperlich und geistig behindert und von seinen Eltern in der für ihn tödlich bedrohlichen Zeit des Nationalsozialismus vor den Progromen versteckt, trat Burkhard e...
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| Other Authors: | |
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| Format: | Book/Monograph |
| Language: | German English |
| Published: |
Düsseldorf
Archiv Untergrund Publ.
[2018]
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| Series: | Archiv Untergrund Publ.
02 |
| In: |
Archiv Untergrund Publ. (02)
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| Volumes / Articles: | Show Volumes / Articles. |
| Subjects: | |
| Online Access: |
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| Author Notes: | Karl Burkhard ; Herausgeber/editor: Max Schulze ; Text/text: Thomas Röske, Max Schulze ; Foto: Hendrik Lietmann |
| Summary: | "Karl Burkhard zeichnete in den ersten sechzig Jahren seines Lebens nur im Verborgenen. 1927 in Iserlohn geboren, von Geburt an körperlich und geistig behindert und von seinen Eltern in der für ihn tödlich bedrohlichen Zeit des Nationalsozialismus vor den Progromen versteckt, trat Burkhard erst in dem Moment in Erscheinung, als beide Eltern verstarben und er in der Westfälischen Klinik für Psychiatrie in Lippstadt-Benninghausen untergebracht wurde. In diesen Zeichnungen, die nicht selten während des Gesprächs mit anderen Menschen entstanden sind, werden zum einen oft biografische Orte, Gebäude und ganze Straßenzüge der unmittelbaren Umgebung, in der er aufgewachsen ist, vollständig aus der Erinnerung wiedergegeben. Zum anderen erweitert sich die Bilderwelt auf den Blättern so, als hätte Burkhard eine Tür zu seiner geheimen Welt geöffnet: auf fremdartige Wesen, er nennt sie Hornissenmenschen, die drei Meter groß sind und auf Borneo leben; auf Landkarten von Katastrophen- und Krisengebiete; auf anatomische Erkundungen, astronomische Ereignisse, Visionen und Weltuntergangsszenarien. Burkhard zeichnete nach eigener Auskunft schon seit seiner Kindheit gerne. Er hat aber keine professionelle Ausbildung genossen und sich das Zeichnen offenbar weitgehend selbst beigebracht. Leider ist kein einiges Blatt dieser fünfzigjährigen zeichnerischen Auseinandersetzung überliefert, da die Arbeiten nicht geschätzt und aufbewahrt wurden. Vom Klinikpersonal wurden sie achtlos entsorgt. Erst durch Susanne Lüftner, die 1992 und 1993 in der Klinik für Psychiatrie ein Kunstprojekt initiierte, auf Karl Burkhard aufmerksam wurde und ihn bis zu seinem Tod 2001 bei seiner zeichnerischen Arbeit unterstützte, sind die Blätter aus den Jahren 1992-2001 erhalten. Sie wurden auf zahlreichen Ausstellungen vorgestellt und befinden sich bis heute in der 'Sammlung Susanne Lüftner', die in Soest die 'Kunst-Praxis' mit angeschlossenem 'Museum Outsider and Modern Art' leitet. In diesem Heft wird das erste Mal eine größere Auswahl aus über 1000 erhalten gebliebenen Zeichnungen publiziert."--Website Archiv Untergrund Publ. |
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| Item Description: | Titeldaten vom Cover Seiten sind ungezählt - gezählt sind die Kunstwerke Alle Blätter sind in den Jahren 1992-2001, erst in der Westfälischen Klinik für Psychiatrie in Benninghausen und ab 1993 auch im Atelier der "Kunst-Praxis" in Soest entstanden Auflage 500 |