Von weiblicher Genitalbeschneidung betroffene Patientinnen in der Gynäkologie: Empfehlungen für eine kultursensible Betreuung und Prävention
GynäkologInnen in Deutschland sehen sich zunehmend mit beschnittenen Frauen und Mädchen konfrontiert. Entsprechenden Selbstregulierungen medizinischer Fachgesellschaft en zur Behandlung beschnitt ener Frauen lassen sich zwar medizinische und berufsethische Orientierungen entnehmen, doch reichen di...
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| Main Authors: | , , |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | German |
| Published: |
2020-10-15
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| In: |
Journal of Self-Regulation and Regulation
Year: 2020, Volume: 6, Issue: 1, Pages: 7-30 |
| ISSN: | 2365-8959 |
| DOI: | 10.11588/josar.2020.0.73398 |
| Online Access: | Verlag, kostenfrei, Volltext: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-josar-733987 Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.11588/josar.2020.0.73398 |
| Author Notes: | Monika Bobbert, Raina Schreitz und Helen Starke |
| Summary: | GynäkologInnen in Deutschland sehen sich zunehmend mit beschnittenen Frauen und Mädchen konfrontiert. Entsprechenden Selbstregulierungen medizinischer Fachgesellschaft en zur Behandlung beschnitt ener Frauen lassen sich zwar medizinische und berufsethische Orientierungen entnehmen, doch reichen diese für einen kultursensibel gestalteten ÄrztIn-PatientIn-Kontakt nicht aus. Daher werden auf der Basis kultureller und religiöser Hintergrundinformati onen Handlungsempfehlungen für eine fachgerechte und kultursensible Betreuung betroffener Frauen und Mädchen vorgestellt. Aus ethischer Sicht ist weibliche Genitalbeschneidung (FGC) als nicht-einwilligungsfähiger Eingriff, der gravierend und u. U. irreversibel die körperliche und psychische Integrität und Gesundheit berührt, nicht vertretbar. Um weitere FGCs zu vermeiden, sollten GynäkologInnen „familiensystemisch“ vorgehen und zudem nach Geburt eines Mädchens die Zusammenarbeit mit der Pädiatrie anbahnen. Bei Vorliegen einer FGC sind die Folgen zu behandeln und eine Rekonstrukti on des Genitals anzubieten. Nach der Geburt den FGC-Ausgangszustand wiederherzustellen, untersagt das Nicht-Schadens-Prinzip. Die vorliegende kultursensible Ergänzung einschlägiger Selbstregulierungen zeigt, dass nur konkrete Selbstregulierungsmaßnahmen zu Akzeptanz und Wirksamkeit führen können. Flankierend sollten das Gesundheitswesen, der Bildungssektor und die Sozial- und Entwicklungshilfepoliti k gemeinsam mit den Sozial- und Kulturwissenschaft en Konzepte zur Prävention von FGC entwickeln und erproben. |
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| Item Description: | Gesehen am 19.10.2020 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 2365-8959 |
| DOI: | 10.11588/josar.2020.0.73398 |