Vom Unverständlichen zum als selbstverständlich Vorausgesetzten: Lockes unerläuterter Ideenbegriff
Im 17. Jahrhundert beginnt der Aufstieg des Begriffs der Idee zu einem Schlüsselbegriff der neuzeitlichen Philosophie. Descartes hatte seinen Ideenbegriff unverständlich erläutert, und seine Erklärung, wie Ideen repräsentieren, war voll von zweifelhaften metaphysischen Annahmen. Locke mißbillig...
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| Main Author: | |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | English |
| Published: |
[2006]
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| In: |
Aufklärung
Year: 2006, Volume: 18, Pages: 7-20 |
| ISSN: | 2702-1424 |
| Online Access: | Aggregator, lizenzpflichtig, Volltext: https://www.jstor.org/stable/24361698 |
| Author Notes: | Andreas Kemmerling |
| Summary: | Im 17. Jahrhundert beginnt der Aufstieg des Begriffs der Idee zu einem Schlüsselbegriff der neuzeitlichen Philosophie. Descartes hatte seinen Ideenbegriff unverständlich erläutert, und seine Erklärung, wie Ideen repräsentieren, war voll von zweifelhaften metaphysischen Annahmen. Locke mißbilligt Descartes' Erklärung, übernimmt jedoch den neuen philosophischen Fachbegriff. In seinem Essay läßt er den Begriff der Idee allerdings in wesentlichen Hinsichten unbestimmt. Er gibt keine Definition; die Beziehung zwischen einer Idee und dem, was sie repräsentiert, wird nicht allgemein charakterisiert. Auch der ontologische Status der Ideen wird nicht genau festgelegt; es bleibt unklar, ob Ideen materiell oder immateriell und ob sie Vorgänge des Perzipierens oder perzipierte Objekte sind. Trotzdem verwendet Locke den philosophischen Fachterminus 'Idee' mit der Voraussetzung, es sei ohne weiteres deutlich, wie er zu verstehen sei. Darin besteht ein bedeutsamer Schritt in der Erfolgsgeschichte des neuzeitlichen Ideenbegriffs. Ever since the 17th century 'idea' has been a crucial notion in modern philosophy. Descartes's explicit definition was unintelligible and his account of how ideas represent full of dubious metaphysical assumptions. Locke disapproves of the Cartesian account but takes over the new technical term. As used by Locke, 'idea' becomes a highly indeterminate notion in many respects. In his Essay, there is neither a definition nor a general account of the relation obtaining between an idea and what it represents. Moreover, the fundamental ontological status of ideas is left undecided: material/immaterial, operation/object. Nevertheless, Locke uses the term as if its meaning and reference could be taken for granted. This marks a significant step in the success story of the concept 'idea' in modern philosophy. |
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| Item Description: | Gesehen am 21.10.2020 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 2702-1424 |