Molekulare Aspekte antidepressiver TherapieTranssynaptische Effekte auf Signaltransduktion, Genexpression und neuronale Plastizität

Der Wirkmechanismus von Antidepressiva kann durch einfache Neurotransmitter-Theorien alleine nicht ausreichend erklärt werden. Molekularpharmakologische Studien zeigen, dass antidepressive Therapiemaßnahmen nach initialer Modulation der Neurotransmitter-Rezeptor-Interaktion jenseits der Synapse auc...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Authors: Thome, Johannes (Author) , Duman, Ronald (Author) , Henn, Fritz A. (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2014
In: Der Nervenarzt
Year: 2002, Volume: 73, Issue: 7, Pages: 595-599
ISSN:1433-0407
DOI:10.1007/s00115-002-1276-5
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00115-002-1276-5
Get full text
Author Notes:J. Thome, R.S. Duman, F.A. Henn
Description
Summary:Der Wirkmechanismus von Antidepressiva kann durch einfache Neurotransmitter-Theorien alleine nicht ausreichend erklärt werden. Molekularpharmakologische Studien zeigen, dass antidepressive Therapiemaßnahmen nach initialer Modulation der Neurotransmitter-Rezeptor-Interaktion jenseits der Synapse auch Signaltransduktionskaskaden und Gentranskriptionsmechanismen beeinflussen und schließlich eine veränderte Expression bestimmter Zielgene auslösen. Diese Gene kodieren häufig für Moleküle, die eine wichtige Rolle in der Aufrechterhaltung neuronaler und synaptischer Plastizität spielen. Chronische, nicht aber akute antidepressive Behandlung beeinflusst beispielsweise das cAMP-second-messenger-System und erhöht die Expression von neurotrophen Faktoren. Darüber hinaus kann durch Antidepressiva die Neuroneogenese im Hippokampus gesteigert werden. Stress als wichtiger Risikofaktor für psychische Störungen weist häufig entgegengesetzte Effekte auf. Ein besseres Verständnis der molekularen und zellulären Effekte von Stress und Psychopharmakotherapie wird zur Entwicklung innovativer Behandlungsstrategien führen, die eine verbesserte antidepressive Wirksamkeit bei gleichzeitig optimierter Verträglichkeit erhoffen lassen.
Item Description:Online published: 19 February 2014
Gesehen am 04.11.2020
Physical Description:Online Resource
ISSN:1433-0407
DOI:10.1007/s00115-002-1276-5