SMS-Nachsorge: sektorenübergreifende Versorgung für Patientinnen mit Bulimia nervosa

<b><i>Hintergrund: </i></b>Über den Zusammenhang zwischen der Teilnahme an E-Mental-Health-Interventionen und der Inanspruchnahme regulärer Psychotherapie ist bisher wenig bekannt. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, inwiefern ein SMS-basiertes Nachsorgeprogramm mi...

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Main Authors: Bauer, Stephanie (Author) , Okon, Eberhard (Author) , Meermann, Rolf (Author) , Kordy, Hans (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
English
Published: 20. August 2013
In: Verhaltenstherapie
Year: 2013, Volume: 23, Issue: 3, Pages: 204-209
ISSN:1423-0402
DOI:10.1159/000354660
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1159/000354660
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://www.karger.com/Article/FullText/354660
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Author Notes:Stephanie Bauer, Eberhard Okon, Rolf Meermann, Hans Kordy
Description
Summary:<b><i>Hintergrund: </i></b>Über den Zusammenhang zwischen der Teilnahme an E-Mental-Health-Interventionen und der Inanspruchnahme regulärer Psychotherapie ist bisher wenig bekannt. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, inwiefern ein SMS-basiertes Nachsorgeprogramm mit einem veränderten Inanspruchnahmeverhalten ambulanter Therapie im Anschluss an eine stationäre Behandlung für Essstörungen assoziiert ist. <b><i>Methode: </i></b>165 Patientinnen, die aufgrund einer vollausgeprägten oder subsyndromalen Bulimia nervosa stationär behandelt wurden, wurden randomisiert jeweils einer Kontrollgruppe (KG: treatment as ususal (TAU)) oder Interventionsgruppe (IG: 16-wöchige Nachsorge über SMS zusätzlich zu TAU) zugewiesen. Erfasst wurden die Rückfallrate und die Inanspruchnahme ambulanter Therapie innerhalb des 8-monatigen Follow-up-Zeitraums. <b><i>Ergebnisse: </i></b>In der KG wurden signifikant mehr Rückfälle beobachtet als in der IG (KG: 42,0%; IG: 26,8%). Vergleichbar viele Teilnehmerinnen nahmen ambulante Therapie in Anspruch (KG: 52,2%; IG: 53,5%). Innerhalb der Teilnehmerinnen, die eine ambulante Therapie aufnahmen, unterschieden sich die Rückfallraten von KG und IG nicht signifikant (KG: 38,9%; IG: 28,9%). Ein bedeutsamer Unterschied wurde hingegen in der Untergruppe festgestellt, die keine ambulante Therapie nutzte (KG: 45,5%; IG: 24,2%). <b><i>Schlussfolgerung: </i></b>Die Studie unterstreicht den Bedarf an sektorenübergreifenden Versorgungsangeboten (stationär-ambulant). Die Studie liefert erste Hinweise, dass das SMS-Programm das Inanspruchnahmeverhalten bezüglich ambulanter Therapie positiv beeinflussen könnte. Weitere Studien sind notwendig, um diesen möglichen kausalen Effekt zu untersuchen.
Item Description:Gesehen am 11.11.2020
Physical Description:Online Resource
ISSN:1423-0402
DOI:10.1159/000354660