Selbstbezogenes Unvollständigkeitserleben bei Zwangsstörungen = Self-related experienced incompleteness in obsessive-compulsive disorder

Hintergrund: Unvollständigkeitserleben wird zunehmend als klinisch relevante Motivdimension der Zwangsstörung diskutiert. Hierbei wird primär der Aspekt des «Nicht-genau-richtig-Erlebens» betont, während selbstbezogenes Unvollständigkeitserleben (SU) als zwangsspezifische Ausprägungsform von D...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Ecker, Willi (VerfasserIn) , Kupfer, Jochen (VerfasserIn) , Gönner, Sascha (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 21. Februar 2013
In: Verhaltenstherapie
Year: 2013, Jahrgang: 23, Heft: 1, Pages: 12-21
ISSN:1423-0402
DOI:10.1159/000348718
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1159/000348718
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://www.karger.com/Article/FullText/348718
Volltext
Verfasserangaben:Willi Ecker, Jochen Kupfer, Sascha Gönner
Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund: Unvollständigkeitserleben wird zunehmend als klinisch relevante Motivdimension der Zwangsstörung diskutiert. Hierbei wird primär der Aspekt des «Nicht-genau-richtig-Erlebens» betont, während selbstbezogenes Unvollständigkeitserleben (SU) als zwangsspezifische Ausprägungsform von Depersonalisationserleben bislang kaum untersucht wurde. Ziel dieser Studie ist es, ein ökonomisches Selbstbeurteilungsinstrument zur Messung der Schwere von SU zu entwickeln. Methodik: 190 Patienten mit einer Zwangsstörung erhielten 24 Items, die inhaltlich SU abbilden, und zusätzlich eine Reihe weiterer Messinstrumente zur Untersuchung der Konstruktvalidität. Ergebnisse: Auf der Basis inhaltlicher und statistischer Überlegungen wurde der Fragebogen zum SU (FSU-12) entwickelt, der mit je 3 Items 4 Dimensionen des SU abbildet (Depersonalisationserleben, Derealisationserleben, Selbsterleben als automatenhaft, Fehlen lebendiger Gefühle). Ein lineares Strukturgleichungsmodell zeigt eine gute Passung der empirischen Daten und der Modellstruktur. Die innere Konsistenz der FSU-12-Gesamtskala und der einzelnen Subskalen ist hervorragend. SU und Nicht-genau-richtig-Erleben liefern voneinander unabhängige Beiträge zur Vorhersage der Schwere von Zwängen und zeigen unterschiedliche Zusammenhänge mit Depersonalisation/Derealisation und zwanghaften Persönlichkeitszügen. Sie stellen also voneinander abgrenzbare, gleichermaßen zwangsrelevante Aspekte von Unvollständigkeitserleben dar. Schlussfolgerung: Der FSU-12 ist ein reliables und valides Screening-Instrument zur Einschätzung des individuellen Ausprägungsgrads von SU bei Zwangsstörungen.
Beschreibung:Gesehen am 07.01.2021
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1423-0402
DOI:10.1159/000348718