Substanzbezogene Störungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter

Zusammenfassung. Das Jugendalter ist eine besonders kritische Lebensphase für die Entwicklung von Suchterkrankungen und komorbiden psychischen Störungen. Substanzbezogene Störungen gehören zu den am weitesten verbreiteten psychischen Störungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter und sind in...

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Main Authors: Thomasius, Rainer (Author) , Arnaud, Nicolas (Author) , Holtmann, Martin (Author) , Kiefer, Falk (Author)
Format: Article (Journal)
Language:English
Published: März 24, 2020
In: Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Year: 2020, Volume: 48, Issue: 6, Pages: 448-452
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000725
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1024/1422-4917/a000725
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1024/1422-4917/a000725
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Author Notes:Rainer Thomasius, Nicolas Arnaud, Martin Holtmann und Falk Kiefer
Description
Summary:Zusammenfassung. Das Jugendalter ist eine besonders kritische Lebensphase für die Entwicklung von Suchterkrankungen und komorbiden psychischen Störungen. Substanzbezogene Störungen gehören zu den am weitesten verbreiteten psychischen Störungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter und sind in dieser Gruppe mit steigender Tendenz der häufigste Anlass für eine Krankenhausbehandlung. Dennoch fehlt es an jugendspezifischen Versorgungseinrichtungen und Kapazitäten für die qualifizierte Entzugsbehandlung für Jugendliche. Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation fehlen fast vollständig. Im Hinblick auf die Versorgung von Adoleszenten mit substanzbezogenen Störungen unter einer lebenszeitlichen Perspektive ist die Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie mit der somatischen und psychosomatischen Medizin und der Suchthilfe relevant, da es sich bei den Suchterkrankungen häufig um zur Chronifizierung neigende und langjährig andauernde Krankheitsprozesse mit einer hohen Transmissionsrate handelt. Notwendig sind vernetzte Versorgungsstrukturen für Adoleszente an den Schnittstellen von Kinder- und Jugend- zur Erwachsenenpsychiatrie, die dem Entwicklungsstand und den pädagogischen Entwicklungsanforderungen junger Menschen und dem vielfach aufgrund von psychischer Komorbidität bestehenden psychotherapeutischen Behandlungsbedarf Rechnung trägt. Minderjährige nehmen Hilfen meist nicht aus eigener Initiative in Anspruch. Eine Begleitung der Transition durch vernetzte Angebote bei eindeutiger Regelung von Kostenzuständigkeit ist erforderlich. Eine (eigene) medizinische Rehabilitation und deren modellhafte Erprobung stellt eine empfehlenswerte Erweiterung des Behandlungsangebotes für suchtkranke Jugendliche dar.
Item Description:Gesehen am 19.01.2021
Physical Description:Online Resource
ISSN:1664-2880
DOI:10.1024/1422-4917/a000725