Kriterien der Fremd- oder Selbstbeibringung bei Todesfällen durch scharfe Gewalt

In einer Serie von 100 Todesfällen durch scharfe Gewalt - 70 Homizidopfer und 30 Suizide - wurde die differentialdiagnostische Wertigkeit klassischer Befunde mit Hinweischarakter für Fremd- oder Eigenbeibringung überprüft. Die Sensitivität der morphologischen Differenzierungskriterien ist über...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Herbst, J. (VerfasserIn) , Hoppe, B. (VerfasserIn) , Haffner, Hans-Thomas (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: December 1999
In: Rechtsmedizin
Year: 1999, Jahrgang: 10, Heft: 1, Pages: 14-20
ISSN:1434-5196
DOI:10.1007/s001940050124
Online-Zugang:Resolving-System, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s001940050124
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://link.springer.com/article/10.1007/s001940050124
Volltext
Verfasserangaben:J. Herbst, B. Hoppe, H.-T. Haffner
Beschreibung
Zusammenfassung:In einer Serie von 100 Todesfällen durch scharfe Gewalt - 70 Homizidopfer und 30 Suizide - wurde die differentialdiagnostische Wertigkeit klassischer Befunde mit Hinweischarakter für Fremd- oder Eigenbeibringung überprüft. Die Sensitivität der morphologischen Differenzierungskriterien ist überwiegend nicht hoch (Sensitivitätswerte zwischen 30% und 75%). Dagegen erreichen Probier- oder Zauderverletzungen, Abwehrverletzungen und die Entblößung der Verletzungsregion eine sehr hohe diagnostische Zuordnungswahrscheinlichkeit (Spezifitätswerte zwischen 93% und 100%). Anhand von Kasuistiken werden Möglichkeiten falsch positiver Befundinterpretationen verdeutlicht: Einer Tötung vorausgegangene Bedrohungssituationen oder Einschüchterungsversuche, sadomasochistische Praktiken, statische Abwehrkonstellationen, die Verwendung eines stumpfen Werkzeugs bei handlungsunfähigem Opfer oder rituelle Handlungen können Probier- oder Zauderverletzungen vortäuschen. Mit Abwehrverletzungen können Schnitte an den Handinnenflächen verwechselt werden, die durch ungeschicktes Hantieren mit dem Werkzeug entstanden sind. In heftigen Kampfsituationen kann die Kleidung beim Zustich hochgerutscht sein. Anderen Befunden (Stiche durch die Kleidung, Verletzung von Rippen bei Bruststichen, morphologische Uniformität bei Mehrfachverletzungen) ist mangels Spezifität keine große Bedeutung zuzumessen.
Beschreibung:Die Identitäten der Verfasser Herbst und Hoppe sind nicht eindeutig feststellbar
Gesehen am 04.05.2021
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1434-5196
DOI:10.1007/s001940050124